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Mit Rythmus gegen das System – No Straight Roads angespielt

von am 15. September 2019
 

Lesezeit: 2 Minuten

Anfangs klingt es nach einem etwas merkwürdigen Gesamtbild. Wan Hazmer, ehemaliger Lead Game-Designer von Final Fantasy XV und Daim Dziauddin, Concept Artist von Street Fighter V, setzen sich zusammen, um ein Indie-Studio namens Metronomik in Malaysia zu gründen. Ein paar Monate später stellt sich heraus, dass der Name tatsächlich Programm ist, denn mit No Straight Roads hat das Studio in Zusammenarbeit mit Sold Out Games ein Rhythmus-Spiel hervorgebracht, dass… nicht wirklich ein Rhythmus-Spiel ist. Oder es zumindest nicht sein will.


One, two, three…

Man stelle sich eine Stadt vor, die sich mittels Musik mit Strom versorgen lässt. Man kombiniere dies’ mit einer bösen Supercorporation namens No Straight Roads, die erstaunlich viel Spass an EDM hat, und schon hat man den Hintergrund für unser Abenteuer. Der Spieler schlüpft in die Rollen von Mayday und Zuke, beide jeweils ein Teil einer zweiköpfigen Indie-Rockband, die es sich in den Kopf gesetzt hat, sich bei NSR für eine Audition zu bewerben.

Nach einem wirklich spektakulären Auftritt wird ihnen jedoch abgesagt. Und das, obwohl sie mit ihrer Musik den Stadt-Musik-Generator bis zum Anschlag zu füllen vermochten. Es stellt sich heraus, dass NSR absolut kein Interesse daran hat, ihr EDM-Monopol in Vinyl City mit Rock zu verwässern. Was bleibt unseren beiden Helden also anderes übrig, als mit Schlagzeug und Gitarre gegen jegliche Formen und Manifestationen von EDM vorzugehen?

Heraus kommt ein Spiel, welches anscheinend primär von seinen Bossfights getragen wird. Anders, als man es von anderen Rhythmus-Spielen kennt, geht es hier nicht darum, sich selbst in einem bestimmten Takt zur Musik zu bewegen, sondern den Gegnern auszuweichen, die dies tun. Etwas verwirrend wird es allerdings dann, wenn verschiedene Widersacher gleichzeitig zu verschiedenen Takten angreifen.

Alles bunt, alles knallt

Angesichts der Namen, die Metronomik ins Leben gerufen haben, wäre es nicht verkehrt davon auszugehen, dass sich auch ein Industrie-Veteran um die Art Direction gekümmert hat. Weit gefehlt. Denn hier wurde anscheinend eine Künstlerin von DeviantArt ins Boot geholt, die sich letzten Endes für einen Großteil der Grafiken verantwortlich zeigt. Was meiner Meinung nach ein ausgesprochen guter Zug war. Denn man muss halt schon sagen, dass No Straight Roads ein hübsches Spiel ist, das an einigen Stellen auch mit sehr viel Witz und Liebe zum Detail gestaltet worden ist. Außerdem kann man diese Entscheidung zwar als gewisses Risiko, aber auch als Hoffnungsschimmer für alle noch unentdeckten Illustratoren und Artists sehen, die tagein tagaus auf Plattformen wie DeviantArt posten.

Rock on!

Die Demo, die uns während der gamescom 2019 vorgesetzt wurde, vermochte bereits, eine grobe Zukunftsaussicht für das Spiel zu liefern. Wie viel sich daran bis zum Release 2020 noch ändern wird, ist noch ungewiss. Bis dahin dürfen sich PC- und Playstation 4-Spieler jedoch auf ein knallbuntes, musikalisches Action-Adventure freuen.

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