Reviews
0 Kommentare

Just Dance 2015 – Hipster-Steps und Yolo-Moves

von am 17. November 2014
DETAILS
 
Editor Rating
 
GAMEPLAY
10

 
GRAFIK
10

 
SINGLEPLAYER
10

 
MULTIPLAYER
10

 
SOUND
10

Gesamt-Wertung
10

Hover To Rate
User Rating
 
GAMEPLAY

 
GRAFIK

 
SINGLEPLAYER

 
MULTIPLAYER

 
SOUND

User-Wertung

You have rated this

 

Lesezeit: 4 MinutenHui, der Titel ist ganz schön provokativ. Richtig, denn ich habe mir bewusst Just Dance 2015 mal zur Brust genommen, obwohl ich der aktuellen Musikwelt extrem skeptisch gegenüber stehe. Ubisoft füttert die tanzwütige Meute nun schon seit einigen Jahren mit Titel um Titel. Ein kurzer Blick auf die Titellisten der Vorgänger bestätigt mein Bauchgefühl: Die Songtitel werden mit jedem Mal jünger. Ob die meinen Hüftschwung wirklich kitzeln konnten?

Just Dance 2015 ist mein erster Teil der Serie, den ich mir bewusst und im Detail mal angeschaut habe und trat damit direkt in ein Fettnäpchen ungeahnet Außmaßes. Ich konnte es nur mit Humor nehmen, die Suppe hab ich mir und meinem unhippen Tanzbein nun selbst eingebrockt. Hier ist mein Laientänzer-Einblick in die gegenwärtige Tanzmusikwelt.

Kenn ich nicht,… kenn ich nicht,… och nee,… kenn ich nicht,…

Oha, nicht mal der tagtägliche Radiokonsum konnte anscheinend meinen Wissensstand bezüglich der aktuell angesagten Musik aktualisieren. Ich zappe durch die Titelliste: “Happy” ist ok, totgehört, aber ein gutes tanzbares Lied. “What does the Fox say?” ernsthaft Welt? Das tust du mir an? Und dazu soll ich auch noch tanzen. Ich glaube nicht. Ich skippe so weiter durch und komme irgendwann bei “Don’t Worry, Be Happy” an. Hey, das kenn ich! Und es geht mir noch nicht auf den Zwirn. Und schon tanze ich mit drei tanzenden Opis zu dem gemütlichen Lied umher, schmunzel über einige Bewegungen und bin froh, dass die Nachbarn meine nächtliche Tanzaktivität nicht beobachten können. Ich komme mir persönlich nämlich beim Tanzen vor dem Fernseher schon eher komisch vor. “Tetris” ist da ein Paradebeispiel. Skurriler kann man wohl nicht zu diesem Lied tanzen, aber schon auf der gamescom musste ich herrlich darüber lachen und finde bis heute die Aufmachung zum wohl bekanntesten Spielsoundtrack extrem witzig. Absoluter Favorit bleibt jedoch “Bang Bang”. Da haben die Charts doch tatsächlich wieder eine kraftvolle Frauenpower-Hymne á la “Lady Marmelade” ausgespuckt und sogar die Tanzmoves machen Spaß. Fast hätte ich mich dabei erwischt, die Häufigkeit, die ich zu diesem Lied getanzt habe, als beschämend zu empfingen – aber nur fast. Die visuelle und tänzerische Aufmachung zu “Dark Horse” finde ich auch absolut erwähnenswert. Ägyptisch-Spaciger Stil gemischt mit diesem doch sehr mystischen Lied macht es sogar optisch spannend zuzugucken.

Trotz der handvoll guten Songs bin ich enttäuscht, dass die Auswahl sich mittlerweile so auf Neuheiten konzentriert. Vorhergegangene Teile haben eigentlich immer eine ausgewogene Bandbreite geliefert, die ich hier absolut vermisse. Stattdessen treffe ich hier auf Lieder, von denen ich wirklich noch nie gehört habe und die mich absolut nicht gecatched haben. Aber das ist alles natürlich absolut subjektiv.

Hier kann sich keiner drücken

Selbst für kleine Wohnzimmer hat Just Dance 2015 eine gute Lösung parat. Während der Besuch sich vor dem Fernseher die Seele aus dem Leib schüttelt, kann man sich auf der Couch entspannt zurücklehnen, Karaoke singen und so sogar ein paar Extrapunkte generieren. Natürlich kann man in größeren Kapazitäten mit bis zu sechs Personen (je nach Plattform) tanzen, aber das stelle ich mir schon recht eng vor. Ist mal kein Besuch vorrätig, kann man auch auf Online-Spieler aus aller Welt zurückgreifen, eine sogenannte Dance-Crew.

Passionierte Tänzer und Rampensäue freuen sich bestimmt über die neuen Community-Features, in denen ihr euch mit der Kamera eurer Konsole aufnehemen und den Clip uploaden könnt. Das Ganze soll relativ dynamisch eingebunden werden und gibt auch die Möglichkeit, bewertet zu werden oder herauszufordern.

Außerderm könnt ihr zwischen drei Modi wählen. Im On Stage-Modus tanzt ihr mit anderen Background Tänzern zu einer Choreographie, der Sweat-Modus bietet euch die sportliche Komponente und zeigt euch die verbrannten Kalorien an und der Karaoke-Modus ist selbsterklärend.

Überdosis

Just Dance 2015 ist unfassbar bunt, schrill und hip. Das visuelle Gewand bietet viel Bling Bling und Neonfarben, was leicht von den kleinen Männchen ablenkt, die in der unteren Ecke die nächsten Tanzmoves anzeigen. Ich bin so manches Mal völlig überfordert, weil ich vor allem Schwierigkeiten habe, die Männchen zu deuten. Das Spiel bietet eine imense Vielfalt an Bewegundsabläufen, daher ist es wahrscheinlich für die Entwickler nicht unbedingt einfach, für alles ein Piktogramm zu finden.

Just Dance 2015 Launch Trailer [NORTH AMERICA]

Fazit

Ich werde in meinem Leben wahrscheinlich kein Anhänger dieser Serie mehr werden, dennoch kann ich nun nachvollziehen, welchen Spaß Just Dance mit der richtigen Musik machen kann. Die Choreographien und deren Darbietung sind vielfältig und abwechslungsreich. Da kommt, vorausgesetzt, man tanzt alle Lieder, keine Langeweile auf. Freunde der aktuellen Chart-Musik werden absolut auf ihre Kosten kommen. Spezialisten wie ich seien gewarnt und vielleicht auf Vorgänger-Titel verwiesen, denn hier wird leider auch eine Menge moderner Kram gespielt. Die neuen Features sind für mich ziemlich irrelevant, denn ich verzichte gerne darauf, der Welt meine wilden Zuckungen zur Schau zu stellen. Aber für alte Tanzbären sind die neuen Herausforderungen und die Community sicherlich eine willkommene Abwechslung.

test-justdance2015-fazit

Just-Dance-2015-1

Just-Dance-2015-2

Just-Dance-2015-3

Just-Dance-2015-4

Just-Dance-2015-5

Just-Dance-2015-6

Just-Dance-2015-7

Just-Dance-2015-8

Just-Dance-2015-9

Just-Dance-2015-10

Just-Dance-2015-11

Sei der Erste, der kommentiert!
 
Kommentiere »

 

Du musst eingeloggt sein zum kommentieren