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Forza Horizon 4 – In Großbritannien kaum Neues

von am 26. November 2018
DETAILS
 
Spieldauer

The Sky is the limit

Für Fans von:

Rennspielen, Karossen-Konfekt, Autos und atemberaubend schöner Grafik

Amazon-Link:

amzn.to/2P1ebSN

Pluspunkte

+ gigantischer Fuhrpark
+ sagenhaft gute Grafik
+ gutes Sounddesign
+ viele Rennevents
+ großartiger Racing-Spaß
+ grandios gelöster Online-Modus

Minuspunkte

- ...der zu einem gewissen Teil im Autopass versteckt ist
- ...die manchmal mit Slowdowns zu kämpfen hat
- ...das manchmal mit Soundbugs belastet wird
- fragwürdige Verlangsamung des Spielfortschritts

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
10

 
SINGLEPLAYER
9.0

 
MULTIPLAYER
9.0

 
SOUND
8.0

Gesamt-Wertung
9.0

Hover To Rate
User Rating
 
GAMEPLAY
8.6

 
GRAFIK
9.9

 
SINGLEPLAYER
8.3

 
MULTIPLAYER
9.2

 
SOUND
7.7

User-Wertung
4 ratings
8.7

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Zusammenfassung
 

"Forza Horizon 4" hat den Anspruch die Speerspitze der arcadigen Racing-Simulationen der aktuellen Konsolengeneration zu sein. Und diesem wird das Spiel mit seinem Fuhrpark, den unzähligen Rennevents und der grandiosen Grafik auch gerecht. Lediglich Slowdowns, ein ungewohnt mäßiger Soundtracks, fragwürdige Gameplay-Elemente und immer wieder auftretende Soundbugs trüben das Erlebnis eines wirklich großartigen Rennspiels.

 

Zugegeben… Die Headline ist ganz schön provokativ. Denn natürlich bietet Forza Horizon 4 jede Menge Neuerungen in Sachen Spielumfang und Spielvielfalt, aber – und so fair muss man auch sein – die Neuerungen sind eher übersichtlich. Als alter Forza-Fan habe ich mich nun wochenlang mit diesem Spiel beschäftigt, um euch auch keinen Schmu zu erzählen und darum gibt es hier und jetzt meine umfangreiche Kritik zur neuesten Forza Horizon-Instanz.

Das neue Setting: Großbritannien

Nachdem man im 2012-er Original Forza Horizon im virtuellen Colorado herumcruist, ging es im zweiten Teil an die Mittelmeer-Küste Frankreichs und Italiens. Der dritte Teil entführte uns an einen Ort, der exotischer kaum sein kann: Australien! Natürlich reden wir hier von virtuellen Nachbauten, die besonders markanten Plätzen und Regionen nachempfunden sind, aber immerhin: Das Flair in jedem Forza Horizon-Titel war ein anderes. Eben etwas, was nicht ganz alltäglich ist. Wann fährt man schon an einer virtuellen Cote d’Azur entlang oder prescht mit einem zitronengelben Lambo durch den australischen Busch?
Und nun? England.

Versteht mich nicht falsch! Ich liebe Großbritannien. Alleine der Süden Englands hat landschaftlich so unfassbar viel zu bieten. Ich habe mal eine zweiwöchige Tour von Dover nach Newquay, quer durchs Dartmoor, vorbei an Portsmouth, Salisbury, Tintangle Castle… Wie gesagt: Landschaftlich wunderschön und auch abwechslungsreich, aber eben auch sehr greifbar und so wenig exotisch. Denn: das Setting wirkt sich ja nicht nur direkt in der Landschaft und im realistisch anmutenden Wettersystem aus, sondern eben auch im zusammengestellten Fuhrpark des Titels. Waren es früher amerikanische Muscle-Cars, die im ersten Teil der Reihe die Fanherzen höher schlagen ließen, wurden in Teil Zwei vor allem die Erzeugnisse südeuropäischer Karosserie-Kunst in den Fokus gerückt. Und in Teil Drei durfte man sogar Raritäten wie Holdens fahren, von denen hierzulande kaum ein Autofahrer etwas weiß. Dazu noch die speziell für den australischen Markt konzipierten Export-Fords und -Vauxhalls…

Ihr seht, worauf ich hinaus will. Das Setting eines Forza Horizon-Titels hat auch ganz viel mit dem gesamten Feeling zu tun. Und da machen es sich die Entwickler von Playground Games doch ein wenig einfach. Klar kommt für das britische Studio die Serie damit nach Hause und natürlich haben auch die Jaguars und Lotus und MG ihren eigenen Reiz, aber allein vom Raritäten- und Abwechslungsfaktor wäre hier sicherlich ein wenig mehr drin gewesen, wenn man sich in Sachen Setting ein wenig anders aufgestellt hätte.

Grafisch ist das Spiel einfach eine Wucht

Bei all’ dem Gemecker, das im Grunde keine wirkliche Kritik, sondern vielmehr eine Geschmacksfrage ist, muss man erwähnen, dass Forza Horizon 4 verdammt gut aussieht. Habe ich “verdammt gut” gesagt? Ich meinte natürlich “ABSOLUTE SPITZENKLASSE”. Denn genau das ist die Power des Spiels. Hier lässt die Forza-Engine die Muskeln spielen und tritt der Konkurrenz mit einem Lächeln nochmal beim Überholvorgang in den Hintern. Die Autos sehen selbst auf einem Nicht-4K-Fernseher realistischer aus, als sie es auf der Straße tun würden und das meine ich mit vollem Ernst. In der Realität bin ich noch nie ganz nah an ein Auto herangetreten, um mir anzuschauen wie ein Regentropfen von der Chromzierleiste eines MG über den dunkelgrünen Lack herunterläuft. In Forza Horizon 4 mache ich so einen Quatsch.

Die Detailverliebtheit der Entwickler ist bei jedem Auto und sogar in der Landschaft spürbar. Man hat sich größte Mühe gegeben, um das entspannte Umherfahren nicht mit Tristesse, sondern mit Abwechslung und Forscherdrang-auslösenden Elementen auszustaffieren. Alleine mit dem Befahren jeder einzelnen Straße (es sind über 500) ist man Stunden beschäftigt und staunt über die organisch-gewachsen-anmutende Natur, durch die sich hier und da ein Fluß schlängelt, wo ein Feldweg plötzlich zwischen Bäumen verschwindet, oder flaches Ginsterbuschland plötzlich den windigen Sandstrand und damit auch das Meer trifft. Die Art und Weise wie Städte oder vereinzelte Cottages mitten im Nirgendwo in die Landschaft eingewoben wurden, sucht bei Rennspielen ihresgleichen.

Der Fuhrpark

…ist riesig. 450 lizensierte Autos von über 100 Herstellern sind ein echtes Brett. Schade nur, dass man die volle Motoren-Dröhnung nur dann bekommt, wenn man bereit ist viel zu investieren. Und das gilt gleichermaßen für Zeit, wie für Geld. Denn das Belohnungssystem des Spiels arbeitet deutlich langsamer als das der Vorgänger. Das liegt vor allem an den Wheelspins, auf die ich nachher noch eingehe. Dadurch kommt der Spieler weniger schnell an neue Fahrzeuge, was schonmal den eigenen Fuhrpark kleiner hält, als man es in Forza Horizon-Titeln gewohnt ist. Und natürlich sind wieder jede Menge Vehikel hinter der unsichtbaren Mauer eines Autopass’ versteckt. Der kostet stolze 26,99 Euro (für Xbox One-Spieler ohne Gamepass 29,99 Euro). Das ist eine Menge Geld für 42 neue Autos. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man damit tatsächlich nur neue Autos bekommt und nicht etwa neue Events oder sogar einen echten DLC.

Erweiterungen kommen

Der erste richtige DLC, nämlich “Fortune Island” erscheint am 13. Dezember und kommt mit dem Erweiterungs-Bundle für stolze 34,99 Euro auf die Xbox One oder den PC. Mit dem Autopass und dem Spiel an sich ist man ruckizucki an der 100 Euro-Marke vorbeigerast, was ich insgesamt ein wenig zu happig finde. Hier lohnt sich auf jeden Fall die Ultimate Edition des Spiels, mit der man das Komplett-Paket deutlich günstiger bekommt. Die zweite – noch namenlose – Erweiterung soll dann im ersten Halbjahr 2019 erscheinen.

Die Spielelemente

Das Spiel strotzt nur so vor Rennevents. Neben den eigentlichen Hauptevents, nämlich unzähligen Rennen der Straßenrennserie, Straßenszene, Dirt-Rennserie und Querfeldein-Serie, die übrigens alle in den Modi “Solo”, “Ko-Op”, “VS.” oder “Rivalen” gefahren werden dürfen und die immer auf mehrere, teilweise sogar alle Fahrzeug-Klassen ausgelegt sind, gibt es keine eigentlichen Meisterschaften mehr. Das ist eine der merkwürdigen Entscheidungen, die für Forza Horizon 4 getroffen wurden. Statt der Meisterschaften haben die jeweiligen Rennserien unterschiedliche Stufen, die nach und nach mit der eigenen Progression freigeschaltet werden. Habt ihr erstmal ein paar Rennen der Straßenrennserie gemeistert, werden neue Schauplätze dieser Art freigegeben.

Selbiges gilt natürlich auch für die Drift-Zonen, Blitzer und Blitzerzonen. Hat man einen gewissen Spielfortschritt vorzuweisen belohnt das Game den Spieler mit einem ganzen Batzen dieser Bereiche in denen die StVO und die Gesetze der Physik soviel gelten wie das Wort eines Donald Trump. On top kommen dann noch die Schaurennen, bei denen man in guter alter Horizon-Manier gegen ein Hovercraft, gegen Motorrad-Freaks oder auch mal gegen einen Zug antreten muss.

Diese Schaurennen sind tatsächlich ein Hochgenuss und eine tolle Gelegenheit, um zwischendurch mal wirklich abgefahrene Dinge zu veranstalten. Mein Duell mit dem “Flying Scotsman” habe ich gleich drei Mal hintereinander erlebt. Wenn direkt zu Beginn des Rennens dieser grüne Blitz mit 160 Sachen an einem vorbeibrettert… Das ist schon ein Erlebnis. Oder wenn man einfach über den Zug drüber springt… oder wenn man fast zeitgleich Kopf an Kopf im Bahnhof… nun ja. Ihr habt glaube ich verstanden, worauf ich hinaus wollte: Es ist toll.

Glaubwürdigkeit

Natürlich ist das Gesamt-Paket eines ganzjährigen Autofestivals, bei dem die Teilnehmer mit ihren mehrere Millionen Euro teuren Fuhrparks sämtliche Verkehrsregeln brechen und Rennen im normalen Straßenverkehr abhalten jetzt nicht besonders realitätsnah oder glaubhaft, aber ein Punkt hat mich beim Vorgänger ganz gewaltig gestört. Der Spieler war hier nämlcih nicht nur Teil der Rennszene und fuhr bei Rennen mit, sondern war auch noch Chef des Horizon-Festivals. Das war eine total schwachsinnige Angelegenheit. Warum sollte der Chef eines Rennsport-Events selber mitfahren und dabei auch noch die Krone beim eigenen Event ergattern können? Das ist lächerlich gewesen und wurde zum Glück wieder verworfen. Jetzt in Teil 4 sind wir nur noch Fahrer. Und wir sammeln auch keine Quasi-SocialMedia-Fans mehr, sondern Einflusspunkte mit denen unser Spielcharakter Events triggert.

Die Tatsache, dass man als Stuntfahrer für Filmaufnahmen einer Art Nebenkampagne folgt, sorgt für ein gesteigertes Maß an “Ach darum mache ich das jetzt hier”, was dem Rennalltag mit den unfassbar vielen möglichen Events und Zonen wirklich abrundet.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich registriert, dass wir nun in der Spielwelt quasi unaufhaltbar geworden sind. Waren in der Vergangenheit Leitplanken, Bushaltestellen, Bäume und auch Mäuerchen am Straßenrand unzerstörbare Hindernisse, brettern wir mit unserem Karossen-Konfekt nun durch alles hindurch, als wäre alles bloß Styropor-Kulisse. Das eröffnet zwar in einem Open-World-Setting ungeahnte Möglichkeiten sich auch abseits der Autobahnen, Straßen, Wege und Trampelpfade zu bewegen, es macht aber auch viel Flair kaputt. Jeder kennt sicherlich die knie- oder hüfthohen Mauern aus groben grauen Steinen, die sich durch England ziehen und die Felder, Wiesen und Wälder säumen. Viele davon machen das schon seit Jahrhunderten. Und nun kommen wir daher und brettern mit unserem Alfa Romeo – oder sonst was – diese Mauer einfach um. Weil wir es einfach können. Und weil wir hinter der Mauer noch nicht waren. So einfach ist das. Nichts ist mehr heilig.

Jetzt könnte man sagen “Du musst doch nicht durch die Vorgartenmauer preschen”, aber leider muss ich darauf antworten: “Doch muss ich, denn in der Hundehütte da ist eine Schnellreise-Tafel versteckt”. Jawohl. Die Entwickler haben sich große Mühe gegeben die Schnellreise und Erfahrungspunkte-Tafeln besser zu verstecken. Natürlich stehen immer noch welche direkt am Straßenrand und manchmal auch auf offenen Feldern, aber die wirklich lohnenden Tafeln finden sich unter Brücken, hinter Häusern, in Hundehütten oder Gewächshäusern, oder zwischen zwei Häusern, sodass es eines wirklich schmalen Autos bedarf, um sie zu erreichen. Hut ab, hier hat man wirklich einen höheren Gang eingelegt.

Das Festival und die Jahreszeiten

Die größte und wichtigste Veränderung des Spiels: Der Jahreszeiten-Wechsel. Zu Beginn des Spiels kämpft man sich noch mit seinen Erfahrungspunkten durch die einzelnen Jahreszeiten und erwirbt so die Berechtigung in der nächsten Jahreszeit zu fahren. Gewisse Events sind auch schon mal an Jahreszeiten gekoppelt, was bedeuten kann, dass ihr gerade fröhlich durch den Frühling fahrt und zu einem Event hinwollt, das Event euch aber instant in den Herbst beamt. Mit diesen Jahreszeitenwechsel gehen – bei all’ der physikalischen Akkuratesse – natürlich nicht nur optische Veränderungen in der Landschaft einher, die mal ganz nebenbei bemerkt wirklich hübsch anzusehen sind, sondern auch Veränderungen im Fahrverhalten. Winter bedeutet Schnee und Glätte, Herbst bringt Matsch und rutschiges Laub mit sich. Auf solche Sachen sollte man stets achten, wenn man den fahrbaren Untersatz wählt oder konfiguriert. Ein Rennen im Schnee ohne Winterreifen ist auch im virtuellen Auto kein Kindergeburtstag.

Habt ihr euch im Spiel einmal durch das ganze Jahr gekämpft beginnt das eigentliche Festival. Und damit auch der…

Online-Part

Denn schwupps seid ihr online. Und eure Spielwelt wird nicht mehr nur von Drivataren eurer Xbox-Freunde bevölkert, sondern eben von echten Online-Spielern, mit denen ihr zu jeder Zeit in den direkten Zweikampf gehen könnt. Oder ihr schlüpft in eine Online-Ko-Op-Geschichte hinein. Ganz wie ihr wollt und das Ganze nicht so aufdringlich und erzwungen wirkend, wie noch in den Teilen zuvor. Auch wenn hier der Offline-Part zur Option wird und nicht wie bisher genau umgekehrt. Wollt ihr lieber alleine sein, müsst ihr euch in den Offline-Modus begeben.

Ist aber alles halb so wild, gut umgesetzt und erstaunlich wenig nervig. Mit der “Online First”-Politik geht auch das Wetter mit. Jeweils für eine Woche bestimmen die Server, in welcher Jahreszeit ihr euch im Spiel befindet. Eine interessante Lösung, die sich mir erst noch beweisen muss.

Ein Eigenheim und jede Menge Klamotten und Nippes

Anders als in den Vorgängern gibt es in Forza Horizon 4 nur ein richtiges Festivalgelände und nicht gleich ein halbes Dutzend. Macht auch deutlich mehr Sinn. Als neue Schnellreisepunkte dienen in Teil Vier die Häuser, die überall auf der Map verteilt zu finden sind. Das erste bekommt ihr als Bezahlung für eure Mitarbeit an einem Film geschenkt, die restlichen müsst ihr kaufen. Gehört euch ein Haus, könnt ihr dort den Wagen wechseln und… euren Avatar neu einkleiden.

Ist das nicht toll? T-Shirts, Hose, Schuhe, Frisur, Bart, Sonnenbrille, Kopfbedeckung, Jacke und Armbanduhr lassen sich individuell anpassen. Natürlich nur, wenn euer Kleiderschrank das hergibt. Und am Anfang… habt ihr nix. Wie bekommt man aber nun die ganzen tollen Sachen? Richtig! Mit den Wheelspins und den Super-Wheelspins.

Das Problem mit den Klamotten, den Häusern und den Autos

Jawohl! Die Wheelspins sind Gewinnspiele, bei denen ihr bisher Autos oder Credits, zuletzt auch Hupen-Sounds gewinnen konntet. Hupen-Sounds zu gewinnen ist etwa so, als würde man auf der Kirmes bei der Losbude einen Alf-Aschenbecher gewinnen, obwohl man ein 1:2 Plüsch-Einhorn gewinnen wollte. Schließlich musste man für einen Wheelspin eine ganze Reihe von krassen Fertigkeitsketten aufs Parkett legen. In Forza Horizon 4 kann man zwar keine Hupen-Sounds mehr gewinnen, aber dafür… Klamotten. Hosen. Hemden. Jacken. Armbanduhren. Sonnenbrillen. Und jedes Kleidungsstück ist ein Feld auf der Slotmachine. Stellt euch also vor, ihr habt zehn Wheelspins erarbeitet und wollt die alle nacheinander abfeiern und ihr kommt statt mit drei Autos und jeder Menge virtuellem Zaster mit zwei Jacken, einer Sonnenbrille, schwarzen Chucks, einer Armbanduhr und einer karrierten Golferhose aus dem Gewinnspielfenster zurück… Die Enttäuschung ist gigantisch.

Das verzögert den gewohnten Spielfluss immens. Denn mit dem früher gewonnenen Geld konnte man sich Autos kaufen. Oder seine Autos mit der Kohle aufwerten. Jetzt muss man immer noch Autos kaufen und aufwerten, sollte sich auch noch die Häuser kaufen, die allesamt Boni enthalten… Das Verhältnis stimmt hier einfach nicht mehr. Es gibt Cottages, die 5 Millionen Credits kosten. Und das sind nicht mal die teuersten. Da man jetzt auch noch weniger Geld und Autos bei den Wheelspins gewinnt, verlängert das zwangsläufig die User-Voyage um ein gutes Drittel der Spielzeit. Für mehr Autos muss man nun unendlich viel mehr tun. Und ich habe hier nicht mal die “Moves” erwähnt. Okay, jetzt habe ich sie erwähnt…

Ja, man kann nach einem Rennen einen Move machen. Einen für “ich habe gewonnen” und einen für “ich habe nicht gewonnen”. Das ist… total überflüssig, peinlich und verstopft ebenfalls die Wheelspins. Ein Feature, das kein Mensch jenseits der 20 Jahre-Grenze braucht. Nun ja. Grundsätzlich begrüße ich es, wenn ich meinen Avatar individualisieren kann, aber doch bitte nicht so.

Zeit für ein Fazit

In Sachen Grafik und Fahrphysik kann man auf der Xbox One einfach keinen höheren Gang mehr einlegen. Hier ist Forza Horizon 4 einfach der unumstrittene Platzhirsch. Einige Designentscheidungen sind absoluter Kokolores, wie die Einbindung von Klamotten und pseudo-coolen Moves in die wichtigen Wheelspin-Gewinnspiele oder das Wegfallen richtiger Meisterschaften. Auch, dass man nicht mehr auf den ersten Blick auf die Map sieht, bei welchem Rennen man noch nicht die Bestleistung abgeliefert hat, ist meiner Meinung nach nicht gelungen. Bei anderen Änderungen bin ich mir nicht sicher, ob es dort nicht vielleicht besser gewesen wäre, sie wegzulassen oder sie zumindest anders einzubauen. In diese Kategorie gehören die Installation von Eigenheimen, oder das Setting als solches, aber auch der im Vergleich zu den Vorgängern eher blasse Soundtrack des Spiels. Richtig gut finde ich dagenen die Art und Weise wie Offline- und Online-Welt miteinander verschmelzen, die Wetter- und Jahreszeitenwechsel und alles was an zusätzlicher Spieltiefe damit zusammenhängt. Die Kirsche auf dem Sahnehäubchen ist für mich, die Landschaftsgestaltung, die deutlich plausibler und erstaunlich vielfältig und überraschend ist.

Die Gratwanderung zwischen Arcade-Racer und Renn-Sim geht dieses Mal deutlich mehr in Richtung Arcade, da uns nun nicht mal mehr Bäume aufhalten. Überraschend finde ich, dass das Spiel mit Slowdowns auf der normalen Xbox One zu kämpfen hat. Gerade wenn man mit 300 Sachen über die Autobahn prescht, bricht die Immersion sich glatt den Hals, wenn das Spiel plötzlich mitten im Tunnelblick einfriert, weil es mit der Darstellung der Landschaft nicht mehr hinterherkommt. Oder wenn man im Showroom den gerade ausgesuchten Flitzer auf der Drehbühne betrachten will und das Spiel ins Stocken gerät. Megaärgerlich finde ich die immer noch auftretenden Soundbugs, bei denen der Ton entweder ganz wegbricht und viel zu leise wiederkommt, oder den deutlich häufigeren Bugs, bei dem der Sound quasi hängenbleibt. Da bremst man eine Kurve an und schleudert galant das Heck herum, um dann Vollgas weiter zu brettern, aber der Sound des Bremsvorgangs ist wie eine hängengebliebene Schallplatte, ehe er sich Sekunden später wieder fängt.

Alles in allem, ist das aber Nörgeln auf sehr hohem Niveau. Xbox One-Besitzer mit Benzin im Blut werden eh zuschlagen. Dann aber bitte die Ultimate Edition 😉

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