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Far Cry 5 – Sektenjagd in Montana

von am 3. April 2018
DETAILS
 
Spieldauer

15-60 Stunden für den Singleplayer-Part

Für Fans von:

offenen Welten, relativ freien Erkundungen, Far Cry-Reihe

Amazon-Link:

amzn.to/2DV6c9o

Pluspunkte

+ Hope County ist wunderschön.
+ Story ist packend
+ Antagonisten

Minuspunkte

- NPCs sind schnell langweilig und Mittel zum Zweck
- Waffen und Skins lassen sich mit Mikrotransaktionen kaufen

Editor Rating
 
GAMEPLAY
9.0

 
GRAFIK
9.0

 
SINGLEPLAYER
9.0

 
MULTIPLAYER
8.0

 
SOUND
8.0

Gesamt-Wertung
9.0

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GAMEPLAY

 
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SINGLEPLAYER

 
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Zusammenfassung
 

Far Cry 5 reiht sich nahtlos in die Serie ein. Mit einer schönen Welt, einem merkwürdig charismatischen Antagonisten und einer Vielzahl an Quests, ist der Spielspaß definitiv garantiert. Allerdings hat Ubisofts Neuzugang auch einige Mängel, die im Spielverlauf deutlich werden. Wiederverwendete Charaktermodelle, teilweise akribische Suche nach Quests und Mikrotransaktionen, die das Spiel einfacher gestalten sollen, schmälern das Erlebnis, welches sich sogar im Co-Op genießen lässt.
Für Bastelfans ist "Arcade" das reinste Paradies. Hier erstellt ihr eure eigenen Missionen oder spielt jene, die von der Welt bereits gebastelt wurden.

 

Ubisoft schiebt kurz vor Ostern den nächsten Titel der Far Cry-Serie in die Regale. Nach exotischen Inseln, einer Welt vor unserer Zeit und dem entfernten Nepal, wartet das nächste Szenario in einem beschaulichen, aber fiktiven Bezirk mitten im Bundesstaat Montana im Nordwesten der USA. Wie frisch Far Cry 5 aus der Schmiede Ubisoft kommt, haben wir uns für euch angeschaut. Um Spoiler zu vermeiden, werden wir die Story sehr flach anschneiden, da nicht nur die Story selbst spannende Wendungen bereithält, sondern diese auch mit fantastischem Gameplay erzählt.

Welcome to Hope County

Es könnte gar nicht ironischer sein. Gerade im schönen Hope County breitet sich eine neue Religion aus, die sich als gottgesandt ausgibt und den Weltuntergang prophezeit. Unter der Führung des charismatischen Joseph Seed und seinen Geschwistern, verspricht und blendet sich die militaristische Sekte mit Namen “Project at Eden’s Gate” nach ganz oben, sodass schon bald staatliche Einrichtungen wie die Polizei ihnen gehorcht oder sogar selbst Mitglied ist. Wer sich widersetzt, wird auf ewig als Sünder gebrandmarkt, einen grausamen Tod finden und für alle zur Schau gestellt werden.

Allerdings haben die Sondereinsatzkräfte außerhalb von Montana nicht tatenlos zugesehen. So werden wir als Rookie mit einem Trupp U.S. Marshalls geschickt, um einen Haftbefehl zu vollstrecken und das Treiben der Sekte zu beenden. Aus vorerst unbekannten Gründen geht die Mission jedoch komplett daneben und so bleibt es an uns, den Widerstand zu unterstützen und Hope County nach und nach zu befreien, bevor es zum Vater geht.

Gute Story in wunderschöner Landschaft

Wer schon mal Straßenpropheten gesehen oder sich über Sekten mit der gleichen Ansicht informiert hat, wird diese Leute schon anfangs für ein wenig verrückt erklären. “Project at Eden’s Gate” mit seinen vier apokalyptischen Reitern – Joseph Seed an der Spitze und seinen Oberkommandos John, Faith und Jacob – kommt jedoch von einem anderen Schlag Mensch. Mit einer erschreckeenden Redegewandtheit und Fürsorge bekommen sie ihre Gefolgschaft und erlangten so die nahezu allumfassende Kontrolle über Hope County. Und dass es gerade Hope County erwischt, ist durchaus verständlich. Der Bezirk mit seinen drei Hauptarealen bestehend aus einem Tal, einem Gebirge und einem Flussdelta ist einfach unglaublich schön aus dem Boden gestampft. Mit einer konstant hohen Sichtweite erstreckt sich der Bezirk in jede Himmelsrichtung vor euch.

Zudem kommt jedes der Gebiete mit seiner ganz eigenen Flora und Fauna daher. So lauern euch abseits der Straßen Bären, Pumas und sogar Stinktiere auf, deren Fell man nicht nur verkaufen kann, sondern teilweise auch für Quests braucht.

Viel Content, viel Geschichte

Voran kommt man bei Far Cry 5, indem man den Widerstand in den einzelnen Regionen stärkt. Das passiert vorranging durch das Einnehmen der Stützpunkte der Sekte. Oftmals sind das infrastruktuelle Gebäude wie Ferienlager, Tankstellen oder ganze Sägewerke. Zudem baut sich der Widerstand durch jede erfolgreiche Nebenmission weiterhin auf, ebenso durch die Erledigung von Sekten-VIP’s, der Befreiung von Geiseln oder der Zerstörung von Sekten-Eigentum. Mit wachsendem Widerstand, wächst natürlich auch die Gegenweher der Sekte. So steht man beispielsweise unter ständiger Luftbeobachtung. Wenn man dann genug Tumult verursacht hat, lässt der dortige Obermotz nicht lange auf sich warten. Mit den drei Schergen aus dem Weg, könnt ihr euch andlich zum Domizil von Joseph aufmachen.

Wie man es von den letzten Titel der Serie gewohnt sein darf, kommt auch Far Cry 5 neben der Story mit einem ordentlichen Arsenal an Nebenmissionen. Wie bereits erwähnt, fließen auch diese in den allgemeinen Spielfortschritt ein. Aber vorallem sind sie sehr facettenreich. Vom klassischen “Befreie das Haus” über “Klau den Tanklaster” bis hin zu “Bringe die Kühe dazu, sich mit den Bullen zu paaren und entferne ihnen mittendrin ihre Hoden” (Kein Scherz, gibt’s wirklich; wird zudem unterlegt mit Sexual Healing von Marvin Gaye).
Durch viele der Nebenmissionen und zu entdeckende Orte bekommen wir ausserdem Einsicht in das Leben der Bürger, die geflüchtet sind oder es ihren Freunden nahelegen.

Der Arcade-Modus: Multiplayer und Map-Editior

Ob vom Hauptmenü oder ingame an den Spielekabinetts: Far Cry 5 liefert mit seinem Arcade-Modus einen ganz besondere Multiplayer. Schon Vorgänger der Serie haben uns einen Map-Editor für kompetetive Matches gezeigt. Nun habt ihr aber zusätzlich die Möglichkeit, eure eigenen kleinen oder großen Abenteuer basteln. Ob ihr eine Zielperson erledigen oder euch gegen eine Horde wahnsinniger Sektenmitglieder stellen wollt, ist dabei eure Entscheidung. Zudem könnt ihr das Ganze, wie schon das Hauptspiel, auch Co-Op bewältigen.

Eurer Weltenfantasie sind dabei nicht die Grenzen von Far Cry 5 gesetzt. So habt ihr Zugriff auf Assets von Assassin’s Creed: Black Flag, Far Cry Primal und Watch_Dogs. Der Editor selbst hat eine einfache Bedienung und gibt viel Spielraum. Wem das Bauen von Welten nicht so zusagt, kann sich aber in den Welten der Anderen umso mehr austoben und in der Arcade seinen Level steigern. Einen richtigen Effekt hat das allerdings noch nicht.

Die Makel in der Idylle Montanas

So schön Far Cry 5 Montana inszeniert und bis zum Rand mit Quests und Nebenaufgaben füllt, so lässt es leider auch einige Federn. Wenn man eine Hand voll NPCs gesprochen hat, hat man quasi schon jeden gesehen. Tatsächlich unterscheiden sich die Charaktermodelle sehr wenig, wenn überhaupt. Zusätzlich werden auch die Aussagen mit der Zeit nicht besser. Es gibt lediglich Hinweise zu verstecken und Co., aber auch hier wäre ein wenig Privates spannened gewesen und hätte die Interaktion mit den Einwohnern etwas interessanter gemacht.

Die musikalische Untermalung passt sehr zu einem amerikanischen Staat. Banjo, Violinen und Co. verbreiten richtig ländliche Count(r)y-Stimmung. Daher ist es umso bedauernswerter, dass die Musik schnell eintönig wird und wenig Dynamik entwickelt. Zwar passt der Sound immer zur Szenerie, aber wenn man stundenlang in einem Gebiet unterwegs ist, wäre es fast schon egal, ob man sie noch hört oder nicht. Ein paar längere Stücke statt Loops hätten hier gut getan.

Der Herr nimmt es und der Herr gibt es: Ein Fazit

Far Cry 5 bockt. Hope County ist liebevoll detailliert und mit Bergen, Bäumen und tierischen Bewohnern richtig echt. Die Sekte um Joseph Seed lässt dabei tief in menschliche Abgründe blicken. Alles zusammen greift gut und heftet einen gut an die Story an. Dazu kommt, dass auch die kleinen Missionen zum Fortschritt des großen Ganzen beitragen.
Dennoch wird es nach den ersten Stunden etwas holprig. Sobald man die Missionen mit großen Belohnungen abgeklappert hat, ist man innerhalb eines Areals dazu gezwungen, nach den kleinsten Hinweisen zu suchen. So verläuft der natürliche Spielverlauf etwas langsamer, als wenn man sich um die großen Widersacher kümmert. Die NPCs, die einen mit weiteren Quests versorgen wirken nach und nach langweilig und steif. Jeder hat irgendwie gehört, dass irgendwo etwas ist. Eine richtige Verkettung findet aber nicht wirklich statt. Die wichtigen Charaktere, die einem auch langfristig beim Widerstand helfen zeichnen sich dafür umso durch ihre eigenen Strategien und Persönlichkeiten aus.

Dan Romer hat im Sound-Design eine gute Arbeit geleistet. Banjos und Violinen erzeugen den Sound der Prärie. Der Soundtrack passt perfekt in den landschaftlichen Bezirk. Leider lässt auch er im Spielverlauf etwas nach und entfaltet nur noch wenig Wirkung im Zusammenspiel mit Action und Atmosphäre. Einer der größten Wermutstropfen ist aber die Tatsache, dass auch Far Cry 5 dem unschönen Trend der Mikrotransaktionen in Videospielen folgt. Die Tatsache, dass Waffen und Co. frühzeitig mit Echtgeld gekauft werden können, anstatt sie zu finden oder sich zu verdienen, beeinflusst das Spielgeschehen zwar nicht, trübt aber das Gefühl einfach sehr.

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