Lesezeit: 5 MinutenCommander Video heizt wieder auf euren heimischen und bald auch mobilen Geräten über den Bildschirm. Die Kultfigur ist zurück und bringt endlich wieder Rhythmus ins Wohnzimmer. Gaijin Games hat sich bei Bit.Trip Presents Runner 2: Future Legend of Rhythm Alien nicht lumpen lassen und uns einen ordentlichen Side-Scrolling-Plattformer serviert. Bindet eure Schnürsenkel fest. Es wird rasant!
Die Geschichte von Runner 2 ist denkbar schlicht, aber das stört den Spielspaß in keinster Weise. Commander Video, unser maskierter Held, wird bei einem Rettungsversuch seiner Kollegen-Helden in eine Parallel-Dimension gezogen und versucht nun durch Einsammeln von Goldbarren und besiegen der Bosse wieder aus dieser verschollenen Welt zu fliehen. In kleinen Cutscenes, die von niemand geringerem als Charles “Mario” Martinet gesprochen werden, bekommt man eine kleine Einführung in die neue Welt präsentiert. Kurze Werbeeinlagen von imaginären, schrägen Produkten zaubern zugleich ein Schmunzeln auf das konzentrierte Gesicht, denn der Weg aus der Misere wird ein steiniger sein.
Rennst du noch oder tanzt du schon?
Zu Beginn scheint alles noch ganz entspannt zu sein. Man hüpft hier und da über Gegner und tritt eine Wand ein, aber so nach und nach nimmt die Geschwindigkeit zu, die Aktionen mehren sich und plötzlich setzt das Fluchen ein, dass zu einem Jump ‘n’ Run einfach dazu gehört. Side-Scroll-typisch bewegt sich der Bildschirm von links nach rechts. Commander Video rennt von selbst und es liegt an uns zu springen, zu treten, feindliche Geschosse zu blocken, ducken und noch einiges mehr. Der Schwierigkeitsgrad wächst kontinuierlich mit den neu gewonnenen Fertigkeiten, man kann sich jedoch innerhalb der Level gelegentlich noch zwischen dem schwierigen und dem leichten Pfad entscheiden. Der schwierige Weg führt allerdings meistens zu einem alternativem Ausgang oder einer Truhe. Truhen beinhalten neue Outfits oder neue Charaktere werden freigeschaltet. Nicht nur das, sondern auch eine Zielscheibe für Bonuspunkte, die am Ende eines perfekt gespielten Levels wartet, sorgen für einen hohen Wiederspielwert. Die Elemente, die es innerhalb eines Levels einzusammeln gilt, sind kleine Goldbarren und rote “Plus”-Zeichen. Jeder eingesammelte Goldbarren oder geblocktes Geschoss gibt einen Ton von sich, der sich in die Hintergrundmusik einfügt. Jedes Plus fügt mehr Noten zur Melodie hinzu und lässt sie lebhafter werden. Genau diese Spielelemente machen den Geist dieses Side-Scroll-Plattformers aus und bringen Rhythmus ins Spiel.


Ein besonderer Punkt sind die versteckten Bonusstags in Form von Modulen. Springt man in eines hinein, findet man sich in der Retro-Version von Runner wieder und hat drei Chancen, die Stage zu schaffen. Scheitert man, muss man das reguläre Level von Neuem beginnen. Der Charme, der durch den fröhlichen Stilmix ausgestrahlt wird, ist defintiv das Steckenpferd dieses Titels.
Die Steuerung
Aufgrund der zahlreichen Moves, die man sich einprägen muss, kann die simple Steuerung oftmals sehr anstrengend sein. Durch die immer kürzer werdende Reaktionszeit, müssen die Aktionen fest sitzen. Die rechten Knöpfe sind für das Springen, Treten und Blocken zuständig. Je nachdem wie und wo man springen oder treten muss, wird das Steuerkreuz dazu eingesetzt, um duckend zu treten oder hoch zu springen. Es wird also relativ kompliziert, sobald man die Aktionen kombinieren muss. Das schönste Feature stellt hier die Schultertaste dar, die dafür sorgt, dass unser sympathischer Commander Video mit ein paar Tanzeinlagen Punkte für uns scheffelt. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Steuerung leicht zu lernen ist, aber später in der Kombination viel Konzentration abverlangt.
Eine bunte Tüte Grafikstile
In Sachen Optik hat Gaijin Games absolut alles Richtig gemacht. Der Mix aus Papier-Stil in den Cutscenes und im Menü, der 3D-Grafik in den Hauptleveln und der Retro-Pixel in den Bonusstages bringt Abwechslung und eine Menge Spaß mit sich. Selbst zum Zugucken ist der Titel bestens geeignet, so kann man im Hintergrund einige Details entdecken, wie z. B. Bigfoot, Ufos, Berge mit Monokeln und noch mehr schräge Charaktere. An Uncle Dill, der betrunken torkelnden Checkpoint-Gewürzgurke, habe ich mich immer noch nicht satt gesehen.
Ich will sie alle haben!
Der Umfang von Runner 2 kann sich sehen lassen: Fünf Welten, 120 Level und etliche Unlockables. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Rankings zu jedem Level. Hier kann man sich am Anfang des Levels ansehen, wie hoch der Punktestand der Freunde oder Online-Spieler ist und versuchen, an die Spitze zu schaffen. Wen das nicht anmacht, kann sich definitiv daran versuchen, alle Charaktere und Kostüme freizuschalten, denn die sind wirklich zum brüllen. Pinke Anzüge, Kopfhörer und noch so einiges mehr gibt es zu entdecken. Also, wenn schon im Paralleluniversum festhängen, dann doch bitte mit Stil.
Fazit
Bit.Trip Presents Runner 2: Future Legend of Rhythm Alien ist ein gelungener Nachfolger und hat es geschafft, seinen Vorgänger noch bei Weitem zu übertreffen. Vor allem durch einen guten Soundtrack und dem Grafik-Mix wird dieser Titel zu einem der besten Jump ‘n’ Runs seit langem. Die Level-Anzahl ist fast schon zu viel des Guten und könnte so manchen Gamer langweilen, ich habe mich jedoch bestens unterhalten gefühlt und war von der ersten bis zur letzten Stage am Ball. Das Wiederspielpotenzial ist sehr verlockend und bringt noch einige Extraminuten Unterhaltung für Zwischendurch. An die immer komplizierter werdenden Tastenabfolgen gewöhnt man sich zwar, man muss aber auch die Konzentration strikt aufrecht erhalten, sonst landet man schnell wieder am Anfang des Levels und das frustet enorm. Alles in allem eine absolut uneingeschränkte Kaufempfehlung für jeden Jump ‘n’ Run-Liebhaber und alte Hasen, die Lust auf das Retro-Feeling der Bonuslevel haben.



















