Lesezeit: 4 MinutenBattlefield: Bad Company 2 schlug ein wie eine Bombe. Besonders online. Die Mischung aus taktischen Schlachten und der völligen Zerstörung macht auch heute, fast ein Jahr nach dem Release, noch eine Menge Spaß. Nun bekommen alle Hobby-Soldaten von EA ein Add-on spendiert, das den Schwerpunkt ins fernöstliche Vietnam verlagert und den verheerenden Krieg zwischen dem kommunistischen Norden des Landes und den Vereinigten Staaten von Amerika wieder auferstehen lässt. Good Morning Vietnam! Again!
“The bullshit piled up so fast in Vietnam, you needed wings to stay above it.”
Alte Battlefield-Veteranen werden sich erstmal wohlig an das Jahr 2004 zurück erinnern. In jenem Jahr brachte Electronic Arts nach dem riesigen Erfolg von Battlefield 1942 mit Battlefield Vietnam eine Fortsetzung auf den Markt, der sich damals schon intensiv mit dem Thema Vietnamkrieg auseinandersetzte.
In den letzten sechs Jahren hat sich einiges getan in der Welt der Videospiele. Und so auch im Battlefield-Franchise. In Battlefield: Bad Company 2 – Vietnam gibt es keine Kampagne, alles konzentriert sich auf den Multiplayer-Modus. Im Add-on erwarten euch 15 neue Waffen, ca. ein halbes Dutzend neue Vehikel und fünf frische Schauplätze, die in den bekannten Spielmodi Eroberung, Rush, Squad-Rush und Squad-Deathmatch ausgetragen werden können.
“Hey soldier, do you know who’s in command here?” – “Ain’t you?”
Teamplay ist nach wie vor ziemlich wichtig im Battlefield-Universum. Auf jeder Seite lassen sich Squads erstellen, die mit bis zu vier Spielern befüllt werden können. So könnt ihr nach dem Ableben schnell wieder bei einem Kumpel ins Geschehen einsteigen. Teamaktionen wie verletzten Soldaten ein Medipack hinzuwerfen, das Bereitstellen von Munition und das Markieren von Feinden bringt so noch mehr Punkte als ohnehin schon.
Diese Punkte werden dann am Ende einer Runde eurem Konto hinzugefügt, wodurch ihr in der Karriereleiter hochsteigen könnt und neue Waffen sowie Spezialisierungen freischaltet. Auszeichnungen und Medaillen befriedigen auch noch den letzten Sammler.
“The war will still be here tomorrow.”
Selbstverständlich sind wieder die vier unterschiedlichen Klassen vom großen Bruder dabei: Wer will, kann als Sturmsoldat, Sanitäter, Pionier oder als Scharfschütze das Kampfgebiet betreten. Geblieben sind auch die verschiedenen Specs wie durchschlagskräftigere Munition, präzisere Waffen oder effektivere Medipacks sind dabei. Ganz neu ist der Flammenwerfer, der auf kurze Entfernung und gerade in engen Räumen sowie Gräben sein ganzes Potenzial entfaltet.
Da wir uns aber in den späten 1960ern beziehungsweise in den frühen 1970ern befinden, müsst ihr auf einigen Technik-Schnick Schnack verzichten. Es gibt weder Drohnen, noch Rotpunktvisiere, stattdessen wird über Kimme und Korn gezielt. Einzig allein der Sniper darf sich bei Gefallen einen 12x Visier ans Gewehr schrauben.
“Run, Charlie!”
Das ändert aber nichts an der brachialen Action, die in Battlefield: Bad Company 2 – Vietnam zelebriert wird. 24 Leute auf Konsolen (und 32 am PC) geben sich mit allerlei Blei die Klinke in die Hand. Das bei den ganzen Explosionen wieder Häuser und Hütten zu Schutt und Asche verarbeitet werden, sollte niemanden mehr überraschen. Die Frosbite-Engine produziert wieder einmal prächtige Bilder der Zerstörung.
Es ist schon bisweilen ein wenig gemein von den schwedischen Entwicklern bei DICE: Da befindet man sich umhüllt von prächtigen Wasserfällen, dichten Dschungel-Abschnitten oder auf Hügeln, die ein imposantes Bild ins Tal werfen lassen, aber man hat nicht eine Sekunde Zeit, sich das Panorama genauer anzuschauen. Vorzugsweise an einem potenten PC. Aber auch die Konsolenversionen können sich sehen lassen. Hier trüben nur vereinzeltes Tearing (Xbox 360) oder die etwas schwächeren Details (PS3) den grafischen Gesamteindruck.
“Napalm, son. Nothing else in the world smells like that.”
Dafür bombt es aus jeder einzelnen Lautsprecher-Box ganz gewaltig. Wieder einmal ist die Geräuschkulisse der heimliche Star des Spiels. Gewehrkugeln rasseln mit einem ungeheuerlichen Druck in Richtung Feind, Explosionen drücken euch noch tiefer in den Sitz. Dazu gesellt sich ein lässiger Rock’n’Roll-Soundtrack, der in den Basisstationen oder an den Flaggenpunkten fast für ein bisschen Frieden sorgt. Bis plötzlich der Ritt der Walküre angestimmt wird und Helikopter am Horizont erscheinen. Kommt das irgendwem bekannt vor?
Fazit:
Wie viel kann von einem Add-on erwarten, das auf den Konsolen ausschließlich virtuell vertrieben wird und in der PC-Version als Box-Version einen Code zum Freirubbeln beinhaltet? Battlefield: Bad Company 2 – Vietnam kostet ca. 15 Euro und ist jeden einzelnen Cent davon wert. Der schwedische Egoshooter feiert mal wieder ein Actionfest vom Feinsten und verzichtet erfreulicherweise auf Authentizität und historisch korrekte Fakten. Dennoch ist das Spiel ungeheuer atmosphärisch und macht eine Menge Spaß. Für Fans von Battlefield Bad Company 2 eh ein Pflichtkauf, ist das Vietnam Add-on aber auch für Battlefield-Neulinge, die sich gerade erst mit der Materie vertraut machen, eine lohnende Reise.















