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Anno 1800 – Revolution mit Auszeichnung!

von am 4. Mai 2019
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Für Fans von:

Anno! Aufbaustrategiespielen

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Pluspunkte

+ wunderschöne Grafik
+ Blaupause-Tool gewährleistet schöne, große Städte
+ viele Charaktere mit unterschiedlichen Charakteristika

Minuspunkte

- seltene Performance-Probleme

Editor Rating
 
GAMEPLAY
10

 
GRAFIK
10

 
SINGLEPLAYER
9.0

 
MULTIPLAYER
8.0

 
SOUND
9.0

Gesamt-Wertung
9.0

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User Rating
 
GAMEPLAY
10

 
GRAFIK
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SINGLEPLAYER
9.0

 
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SOUND
9.1

User-Wertung
1 rating
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Zusammenfassung
 

Anno 1800 zeigt, dass die Formel von 1998 auch heute noch Bestand hat. Die Szenerie der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert bietet reichlich Stoff für neue Gameplay-Elemente und liefert diese auch entsprechend. Fans der Reihe sollten hier definitiv zugreifen!

 

Lesezeit: 5 Minuten

Fast vier Jahre haben sich Ubisoft und BlueByte Zeit gelassen, um ein neues Zeitalter in der Anno-Reihe einzuläuten. Aber bei solch schwerer Maschinerie ist die Wartezeit gerne verziehen, denn in Anno 1800 stehen die industrielle Revolution und der Aufbruch in die Neue Welt ganz oben auf der Liste. Zusammen mit der “Anno Union” wurde das Spiel in nächster Nähe zu und mit den Spielern geschaffen. Aber dazu später mehr.

Zurück in die Vergangenheit

Nachdem Anno euch zuletzt 200 Jahre in die Zukunft gebracht hat, geht es dieses Mal 200 Jahre in die Vergangenheit und damit Richtung Ursprung der Reihe. Schnappt euch euer Schiff, ein paar Rohstoffe und Handwerksmaterialien und siedelt, was das Zeug hält. Mausert euch zum Großunternehmer und organisiert die Einführung der Industrie auf euren Inseln: Fabriken für Stahlguss, Eisenbahnen und viele andere Errungenschaften der Industrialisierung warten auf euch. Macht euch auf in die Neue Welt, um die dort vorkommenden Rohstoffe zutage zu fördern, startet Handelsrouten zwischen den Welten und gebt euren Siedlern, wonach ihnen verlangt. Baut die schönsten Städte, die die Welt je gesehen hat, lockt Touristen an und zeigt euren Mitspielern, wer der Herr des 19. Jahrhunderts ist.

Das Familiendrama der Goode’s

Zudem bringt euch Anno 1800 eine spannende Kampagne zurück, in der nach dem plötzlichen Tod des Familienoberhaupts ein Machtstreit entbricht. So ist euer gehässiger Bruder Edvard alleiniger Erbe und ihr steht mit wenig bis gar nichts da. Allerdings sind die Wurzeln der Streits tiefer vergraben, als anfangs vermutet und so macht sich eine ganz andere Bedrohung im Hintergrund bereit, zuzuschlagen. Rettet das Vermächtnis eures Vaters und baut die Glorie um die Goode-Familie in neuem Glanz wieder auf.

Anno 1800 > Bisherige Annos

Es ist fast schon erdrückend, wieviele Gameplay-Elemente Anno 1800 ergänzt oder verbessert, ohne seine Identität zu verlieren. Allen voran feiert die Blaupause ihr Debüt. Das Tool gibt euch die Möglichkeit, eure Städte infrastrukturiell zu planen. Damit kommt ihr am Ende nicht nur zu wunderschönen Siedlungen, sondern könnt Wohngebiete schon Anfangs mit den dazugehörigen, öffentlichen Gebäuden planen. Wer erinnert sich nicht daran, dass die letzten zwei Wohnhäuser der Siedlung eine eigene Kapelle brauchten, weil die bereits Gebaute nicht mehr im Einzugsgebiet stand. All’ das sind Relikte der Vergangenheit, denn auch das Bauen von Steinstraßen statt Feldwegen, verbessert die Erreichbarkeit jener Gebäude. Die daraus resultierenden Wohnsiedlungen lassen euch endlich an den AI-Standard herankommen.

In einer Welt voller Industrie kann nicht jeder alles machen. So braucht es verschiedene Bevölkerungsschichten für unterschiedliche Arbeit: Die Bauern, die sich der Arbeit auf den Farmen und in den Wäldern verschreiben, die Arbeiter, die sich der Produktion von Fleisch widmen und in den Stahlwerken malochen und so weiter. Jeder Betrieb braucht entsprechende Mitarbeiter und so ist es eure Aufgabe, dass aus jeder Schicht immer genug Arbeiter vorhanden sind. Dies führt unter Umständen dazu, dass es richtige Wohnviertel gibt, damit sich grafisch schön abtrennt, wer wo und in welchen Häusern wohnt. So bekommt die entstehende Stadt mehr und mehr das Antlitz einer funktionierenden Wirtschaft.

Als neues Gameplay-Element erwarten euch Expeditionen in der Neuen Welt. Entsendet ein Schiff mit Proviant, passender Ausrüstung und Besatzung an entlegene Orte, trefft schicksalshafte Entscheidungen und seht, was euer Schiff an euren Heimathafen bringt… falls es die Expedition übersteht. Anno 1800 führt an dieser Stelle sogennante Spezialisten ein, die – richtig eingesetzt – nicht nur der Insel einen Boost in gewissen Bereichen geben, sondern auch auf Expeditionen über Leben und Tod entscheiden können. Erforscht die Welt, lockt Spezialisten an und seid für alles gewappnet.

Industrie und trotzdem schön

Allgemein sind viele Bedingungen in Anno 1800 viel realistischer gehalten. So müsst ihr euch auch um die Attraktivität eurer Insel Gedanken machen. Während Ornamente und von Bürgern gefeierte Feste für ein schönes Stadtbild sorgen, produzieren die Fabriken und einige Farmen Dreck und Schmutz. Ab einem gewissen Zeitpunkt, werden auch Touristen ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor. Aber eine von Smog verhangene Stadt will ja keiner besuchen. So habt ihr zu fast keinem Zeitpunkt nichts zu tun und seid stets mit tüfteln und entwerfen beschäftigt.

Der Multiplayer und die Anno Union

Seit einiger Zeit ist der Multiplayer fester Bestandteil der Anno-Reihe. Dem verweigert sich auch Anno 1800 nicht und stellt alles bereit, was ihr braucht, um Stunden in diesem Spiel versinken zu lassen. Vom friedlichen Siedeln mit Freunden bis hin zum hitzigen Rennen, um die Siegbedingungen, sind euch alle Zügel in die Hand gelegt. Beherbergt eine gewisse Anzahl an Bewohnern, baut die erste Armada oder errichtet das sagenumwobende Monument; Die Voraussetzungen für den Sieg sind manigfaltig.

Die “Anno Union” haben wir bereits erwähnt, doch was hat es damit auf sich? Entgegen seines Vorgängers, hat sich Blue Byte dazu entschlossen, das Spiel in absoluter Nähe zum Gamer zu erschaffen. So wurden Features früh in Alpha-Builds zugänglich gemacht, um zu schauen, wie die Spieler darauf reagieren. Dementsprechend ist die Möglichkeit gegeben, dass sie großen Einfluss auf das Spiel und seine Elemente haben. Das Ergebnis kann sich in allen Bereichen richtig gut sehen lassen.

Anno kommt zur richtigen Zeit

Mit dem Schritt in die Vergangenheit, haben Ubisoft und BlueByte so ziemlich alles richtig gemacht. Die Epoche der industriellen Revolution bietet unfassbar viele Möglichkeiten, wirtschaftlich, wie geschichtlich. Das macht sich auch in jedem Winkel des Spiels bemerkbar. Zudem hat das Spiel in Sachen Optik nochmal einen ordentlichen Schritt nach vorne gemacht. Verschiedene Häuser zieren das Stadtbild und die Bürgerschaft tummelt sich auch samt Familie und Tieren auf den Straßen, den Marktplätzen und in öffentlichen Gebäuden. Wer weit genug reinzoomt, kann nicht wenige Gespräche seiner Bewohner mit anhören und kann sich jederzeit ein Bild davon machen, wie es um die Insel bestellt ist.

Die Rückkehr einer persönlichen Kampagne setzt Anno 1800 die Krone auf. Auf eurer Reise trefft ihr eine Vielzahl an Charaktere, die alle ihre eigenen Wesenszügeh haben, mit denen es sich zu arrangieren gilt. Die Story selbst ist kein bahnbrechendes Novum in der Welt der Narrative, aber ein solch geschichtliches Motiv hier zu sehen, bringt eine willkommene Abwechslung in die altbewährte Formel “Fahr dahin und besiedel”. Zudem könnt ihr euch, nach abgeschlossener Kampagne, einem ganz großen Ziel widmen, zudem man sonst nicht kommen würde. Aber das verraten wir hier natürlich nicht.

Alles in allem, bringt Anno 1800 den Charme des Aufbaustrategiespiels, dessen Anfänge in den späten 90ern liegen, in voller Größe wieder zurück und muss sich nur wenig Mängel attestieren lassen. Hier und da gibt es vereinzelte Performance-Probleme, deren Ursachen unklar sind. Selbst auf unteren Grafikeinstellungen, leidet das Spiel unter Rucklern und Sound-Aussetzern hier und da.

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