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Tropico 6 – El Presidente auf der gamescom 2018

von am 18. September 2018
 

Die Tropico-Reihe begleitet mich nun schon seit dem ersten Teil und nachdem ich auf der gamescom 2017 eine erste und sehr ausführliche Präsentation genießen durfte, durfte ich auf der gamescom 2018 Tropico 6 gleich zwei Mal begegnen. Einmal als Teil einer Line-Up-Präsentation und schließlich und endlich selber in die Haut von El Presidente schlüpfen. Am PC.

Zugegeben, mein letzter PC-Ausflug nach Tropico ist ein paar Jahre her, habe ich doch in den letzten Jahren eher zur Konsolen-Version gegriffen, aber im Grunde ändert das auch nichts am Spielgeschehen und der Spielerfahrung.

Und eines sei direkt vorausgeschickt:

Tropico 6 sieht super aus

Ganz ehrlich: Ich bin begeistert vom Look des Spiels. Nachdem Haemimont Games das Ruder an Limbic Entertainment weitergereicht hat, war eine der wichtigsten Fragen in meinem Kopf “Sieht das Spiel noch nach Tropico aus?”.

Die Antwort darauf ist ein klares “JA”.
Optisch wird zum Glück die Devise “Evolution statt Revolution” verfolgt. Das gesamte Look & Feel wurde einem Makeover unterzogen, was nach den wenigen Veränderungen von Tropico 4 zu Tropico 5 ein willkommener Schritt ist. Man erkennt noch das typische Spieldesign und merkt doch, dass viel Arbeit in den Neuanstrich gesteckt wurde. “Anstrich” ist übrigens eine gewollte Überleitung, denn ein schmerzlich vermisstes Feature hat endlich Einzug gehalten: Färbung der Gebäude. Wer nun glaubt, dass das ein lahmes Feature ist, der irrt gewaltig. Dadurch, dass man Gebäuden nun einen eigenen Anstrich verpassen kann, wirkt das Stadtbild glaubhafter. Die uniformen Gebäude weichen einem bunten Sammelsurium der Häuser. Denkt nur mal an die typischen Postkartenmotive von Cuba. Jedes Haus eine andere Farbe. Fantastisch für ein tropisches Eiland.

Wichtige Gebäude haben ebenfalls ein Makeover bekommen und der Präsidenten-Palast lässt sich sogar sehr variantenreich individuell gestalten. Das gefällt und macht Lust auf viel Feintuning der eigenen Bananenrepublik.

Und die andere wichtige Frage: Spielt es sich noch wie Tropico?
Auch hier ist die Antwort erstaunlich einfach und einsilbig: Ja!

Auch wenn die Menüs grundlegend überarbeitet wurden und man sich erst ein wenig eingrooven muss, um damit klarzukommen, alles wirkt aufgeräumter und geräumiger. Gefühlt bietet Tropico 6 so viel mehr verschiedenen Gebäuden, die in den unterschiedlichen Äras des Spiels zu tragen kommen, Platz.

Platzierung und Bau von Gebäuden laufen flüssig wie eh und je und an den grundlegenden Mechaniken wurde nicht herumgepfuscht, sofern das aus der Demo ableitbar ist. Damit sind Schlüsselspielelemente wie Bauhöfe und Transport-Firmen noch immer das Rückgrat der Insel. Die Produktionsketten scheinen aufgewertet worden zu sein, Upgrades von Produktionsgebäuden scheinen einen höheren Stellenwert bekommen zu haben.

Ein sehr wichtiges Feature von Tropico 6 ist der Brückenbau. Die Mapgestaltung macht es nötig und den Spieleentwicklern scheint hier gelungen zu sein, was über viele Jahre hinweg ein echtes Manko beim Bau einer gescheiten Infrastruktur war.

Der Assistent und die Schutzmächte

Da wir in Tropico 6 wieder verschiedene Äras druchleben startet man idealer Weise in der Zeit der Kolonisation. Als quasi Vizekönig vom eigentlichen Herrscher einer Kolonialmacht eingesetzt, lenkt ihr so die Geschicke der Insel durch verschiedene Aufgaben und Aufträge, die euch die Krone auferlegt. Immer an eurer Seite: euer treuer Gehilfe Penultimo.

Auch in Tropico 6 gilt es den Spagat zu schaffen, die einzelnen politischen Fraktionen und Fremd-Regierungen bei der Stange zu halten oder zumindest nicht bis auf’s Blut zu reizen. Die Bedürfnispalette scheint im Vergleich zum Vorgänger unangetastet, aber das ist völlig okay.

Die Piraten und die Superbauten

Ein Feature, das ich in meiner Demo nicht anspielen konnte, weil mir nur knapp eine Viertelstunde, bis zum nächsten Termin blieb, ist das Piratenversteck mit all’ seinen Möglichkeiten. Hier kommt quasi ein wenig des Spirits von Tropico 2 durch, in dem man keine Bananenrepublik, sondern eine Pirateninsel aufbauen und verwalten musste. Die Piraten lassen sich für Missionen einsetzen, wie zum Beispiel Plünderungen oder die “Beschaffung seltener Bauwerke von Weltruhm”. Dieses Feature wurde ja bereits im vergangenen Jahr angekündigt, ist aber allein wegen der Aufwertung der eigenen Bananenrepublik einer weiteren Erwähnung wert.

Fazit

Die Demo zu Tropico 6 wirkt wie eine runde Sache. Mehr Möglichkeiten sich als “El Presidente” auszutoben, mehr Gebäude, mehr Individualisierungsoptionen, ein gelungenes optisches Makeover, verbesserte Infrastrukturmöglichkeiten… Was will man mehr?
Es wirkt nach mehr Umfang, mehr Spieltiefe, wirkt dabei doch aufgeräumter und durchdachter.

Man darf gespannt sein, was Publisher Kalypso und Entwickler Limbic Entertainment bis zum Release 2019 noch an Feintuning und Spielumfang reinsteckt. Ich bin jetzt schon ein wenig gehyped wegen Tropico 6.

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