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Pokemon – Der Film: Du bist dran! – Zurück zu den Anfängen

von am 13. November 2017
 

Es ist ist soweit, Vorhang auf für Pokémon – Der Film: Du bist dran!. Der nun mittlerweile 20. Streifen des beliebten Pokémon-Franchises. Nach den ersten Filmen aus dem Jahre 2000, führt Pokémon – Der Film: Du bist dran! zurück zum Ursprung von Protagonist Ash und seinem geliebten Pikachu. Dabei erfindet sich die Sage der kleinen, kämpfenden Monster wieder einmal neu. Neben dem 20. Film feiert das Franchise zudem auch noch seinen 20. Geburtstag. Christian und Henne haben sich den Streifen vorab anschauen dürfen und sind dabei sowohl gleicher als auch geteilter Meinung. Was die beiden feiern und wo sie am liebsten das Pokémon, äh, den Kinosaal gewechselt hätten, gibt’s direkt nach dem Trailer und einer kleinen Synopsis.

Ein Mix aus Alt und Neu

Pokémon – Der Film: Du bist dran! kitzelt in manch betagten Pokémon-Liebhaber die Nostalgie heraus. So erzählt der Film die Geschichte von Ashs Anfängen und seiner Beziehung zu Pikachu, die zu einem unzertrennbaren Band geschmiedet wurde. Darüber hinaus gibt es aber auch ein anderes Mysterium, das gelöst werden möchte. Denn früh im Film wird Ash die Ehre zuteil, Besitzer einer Buntschwinge zu werden, einer Feder von legendären Ho-Oh selbst. Im Verlauf findet unser junger aufstrebender Pokémonmeister viele neue Freunde, Menschen wie Pokémon, besteht harte Kämpfe und muss hier und da auch mal eine Niederlage einstecken. Doch wie viele Mysterien, rankt sich auch um die Feder eine dunkle Macht, die nur darauf wartet, auszubrechen.

Henne: Zu wenig Story für so viel Nostalgie

Wenn man die ersten Filme aus dem Pokéversum gesehen und die ersten Staffeln nahezu verschlungen hat, gepaar mit den ersten Spielen, die für die Gameboys so kamen, dann wird es einem richtig warm ums Herz, wenn man hört, dass es komplett zum Anfang von allem geht. Alabastia, Rocko, Misty, Pikachu, Eich, Joy…so viele Namen, Orte und Attacken, die das Abenteuer zu dem gemacht haben, was es ist. Und tatsächlich startet Pokémon – Der Film: Du bist dran! richtig stark und überzeugt mit einer Optik, welche den klassischen Zeichenstil von Charakteren und Pokémon mit einer kantenlosen 3D-Animation verbindet. So gibt es teils atemberaubende Panoramashots und Kamerafahrten, die die Kanto Region noch schöner aussehen lässt.

Und dann sehen wir schon unseren Pokémonmeister-Aspiranten. Ash, der zu Beginn des Films erst zehn Jahre jung ist, kann sein Abenteuer kaum erwarten. Kein Wunder, dass er vor Träumerei ordentlich verpennt. Dem Zeitstress und der dadurch entstehenden Nervösität geschuldet, fällt Ash gefühlt jede Treppe kopfüber runter und latscht natürlich auch im Pyjama aus dem Haus. Wenn es eine Formel gibt, mit der man einen Zehnjährigen mit großen Plänen inszeniert, dann ist es wohl die.

Leider offenbart der Film hier schon, dass man sich mehr um das Grafische gekümmert hat, als um sonst was. Denn die Sturz-Eskapaden von Ash reißen auch in Eichs Labor nicht ab. Der selben Gag fünf Mal in gefühlten 15 Minuten; da rollt man doch mal genervt die Augen. Nachdem Ash dann endlich sein Pikachu bekommen hat, halten wir endlich eins der größten Plotdevices in der Hand: Das wachsende Vertrauen zwischen Ash und seiner gelben BLitzmaus. An dieser Stelle überlegte ich kurz, ob ich jetzt wohl in einem Film sitze, der versucht, die erste Staffel in 110 Minuten zu pressen.

Und leider erhärtet sich dieser Verdacht in den kommenden Minuten. So gibt es eine Art Montage aus Kämpfen, Gesprächen und eine kleine Szene, in der Ash seinen dritten Orden gewinnt. Zugegeben, die Story dreht sich in diesem Film ja nicht um seinen Durchmarsch zu den Top 4, sondern um die Buntschwinge, die Ash zuteil wird. Aber die Schritte und der Aufbau lassen teilweise selbst ordentlich Federn. Das Ganze fängt damit an, dass diesmal nicht Rocko und Misty seine Begleiter sind, sondern Konstantin und Verena. Und wie das zustande kommt, hat mich schon sehr kalt gelassen. Denn auf einmal, komplett abseits der Geschichte, der wir gerade folgen (möchten) taucht ein wildes Entei auf. Und die drei Trainer rauschen sofort ab um Entei zu sehen und vielleicht sogar zu fangen.

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Und dann kommt eine Szene, die selbst für Anime-Standard richtig absurd ist. Denn Ash mit Pikachu, Verena mit einem Plinfa und Konstatin mit seinem Lucario, versuchen gegen Entei zu kämpfen….ZU KÄMPFEN! Was für ein Quatsch! Wenn Entei gewollt hätte, hätte es Plinfa und Pikachu einfach aufgefressen. Lucario ist hier der einzige, der einen relativen Hit landet, sich aber auf lang natürlich auch geschlagen geben muss. Das größte Problem, dass ich mit dieser Szene hab, ist das sie einfach passiert, sich nicht aufbaut und dementsprechend natürlich aussichtslos für unseren Helden ist.

Und das ist im weiteren Verlauf des Films auch das Hauptproblem. Ich hab nicht das Gefühl, dass Ash eine Reise bestreitet und dabei sich und die Pokémon besser kennenlernt. Stattdessen wirkt es eher so, als wenn er von Szene zu Szene läuft, das Drehbuch abarbeitet und die nächste Szene shootet. Die Schauplätze sind zwar geografisch aneinandergereiht, geschichtlich dennoch komplett disconnected. Hier und da werden mal Momente aus der Serie eingestreut, um auch die älteren Zuschauer ein wenig zu erwärmen. So entwickelt sich Ashs Raupy im Verlauf zu Smettbo und fliegt dann mit einer Horde und seinem weiblichen Counterpart unter Ashs Tränen davon.

Ich ziehe hier mal einen Strich, um nicht doch in Spoilergefahr zu kommen und weil Christian ja auch noch was sagen möchte.
Für mich nutzt der Film seine Stärken lediglich marginal aus. Die Story findet in den 110 Minunten Runtime nur zum kleinsten Teil statt und muss das Spotlight eher der Nostalgie und den Momenten lassen, die langjährige Fans der Serie schon von vornherein kennen und auch irgendwie erwarten könnten. Erst in den letzten Zügen zeigt der Film, was er eigentlich erzählen möchte. Und das Ende lässt sich auch durchaus sehen, kommt mit einer geballten Ladung Tränen, grafischem Feuerwerk und natürlich einer Moral, wie man sie aus der Serie kennt. Für ein doppeltes Jubiläum, 20. Film und 20 Jahre Pokémon, ist Pokémon – Der Film: Du bist dran! einfach viel zu wenig. Aber Christian, wie hast du den Film denn gesehen?

Christian: Pika-chu-chu! All Aboard the Hype-Train… I Guess

Ja Henne weisst du, das Ding ist, so gern ich diesen FILm auch irgendwie auseinander pflücken will, für all die Dinge die er falsch gemacht hat, möchte ich mich doch lieber mal mehr auf das Positive fokussieren. Und deswegen muss ich gleich vorweg erst mal sagen, ich hatte Spaß beim Schauen von Pokémon – Der Film: Du bist dran!.

Ich fand es gut, dass sie den Film mit den ersten drei Pokémon Generationen Shorts eingeleitet haben, ich fand auch den Intro-Song, der als Remake des klassischen “Schnapp sie dir alle!” Tunes daher kam, ich fand die Synchronsprecher eigentlich alle durchweg gut und fand es auch super, dass sie einige originale Sprecher dazugeholt haben und ja, an sich, ist alles was auf der technischen Seite steht, ein rundes Ding.

Also ja, ich hatte Spaß und ich wurde unterhalten. Und auch wenn mich einige Dinge, die Henne bereits angesprochen hat, gestört haben, wäre ich, aufgrund des Nostlagie-Bonuses fast gewillt, dass einfach auch als “Film für die 10 – 13-jährige Zielgruppe zu sehen und das damit abzutun. Nur Leider geht das bei Pokémon – der Film: Du bist Dran! nicht so wirklich. Denn dafür wollen sie einem zu sehr die Nostalgiekeule ins Gesicht klatschen. Der Film funktioniert hauptsächlich aufgrund diesen Umstandes. Und das ist toll. Die Kämpfe sind geil. Das CG läuft fast nahtlos in die “gezeichneten Abschnitte”, alles sieht gut aus. Bei gefühlt 10.000 Animateuren, auch kein Wunder. Aber es wird eben storytechnisch nur an der Oberfläche gekratzt. Dabei hat der Film auch da sehr geile Momente.

Er wird mal düster und ernst, dann ist er wieder bunt, dann wird sich vorgestellt, wie trist und grau eine Welt ohen Pokémon wäre, und und und. Aber wie die Cameos von Team Rocket, ist das leider alles leider eher nichtssagend und viel zu kurz. Der Film hat ein Fokusproblem und verliert sich, trotz einfacher Handlung in einem mehr als konvolutem Story-Ablauf, wo man sich selbst als Erwachsener fragt, was da nun eigentlich abgeht und wie jeder zu wem steht.

Zu den guten Momenten von Pokémon – der Film: Du bist Dran! zählt auch die die Einführung von Axel, Ashs neuem Rivalen. Und im Gegensatz zu Henne finde ich, auch wenn es quatsch ist, mit einem Plinfa und Pikachu gegen ein Entei zu kämpfen, es irgendwie in die Mentalität eines jungen Kindes passt zu sagen: “Jeah! Wir machen das jetzt. Was soll schon schief gehen?” Sehr gefallen hat mir auch, dass Ash hier nicht als kompletter Vollidiot dargestellt wird. Klar ist er unbeholfen und tollpatschig, denkt nicht immer nach bevor er handelt, aber er gewinnt seine Kämpfe auch nicht, im Vergleich zur Serie, nur durch Glück, oder weil die Arenaleiter mitleid mit ihm haben oder sie durch seine “Kraft der Freundschaft” beeindruckt von ihm sind.

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Leider gibt es trotzdem noch einen Minuspunkt, der mich persönlich immer wieder rausgeworfen hat. Die Synchronisierung der Pokémon selbst. Und bis auf Pikachu, hatte ich durchweg das Gefühl, dass da nun mal einfach irgendwelche Menschen hinter einem Mikrofon stehn und irgendwelche Täne von sich geben. Da hätte man sich wirklich noch mal die Zeit nehmen und das ganze ein wenig anpassen können. Wenn Glurak seinen Namen ruft, möchte ich, dass der Boden bebt, ein Grollen aus seinem Bauch kommt und man das Gefühl hat, der stürzt sich gleich feuerspeiend auf das Dorf meiner Feinde. Ich möchte NICHT meinen Onkel Anton hören, wie er wie er sich, leicht echauffiert über die steigenden Benzinpreise auslässt.

Aber ansonsten kann Pokémon – Der Film: Du bis dran! theoretisch jedem Fan empfehlen, der einfach mal wieder ein bisschen frischen Wind in die “gute alte Zeit” blasen möchte. Wenn ihr eure Erwartungen nicht zu hoch schraubt und euch drauf einlasst, dass ihr viel zu sehen, aber wenig zu fühlen bekommt, kann man sich das Ganze gern mit Poopcorn, ner Coke und ein paar gute Freunden geben. Dass sie den Film ins Kino gebracht haben, war der richtige Schritt, jetzt belibt nur zu hoffen, dass mit den nachfolgenden Filmen, wieder etwas mehr von der Magie einfangen können, und nicht nur eine sehr hübsche Aneinanderreihung von Szenen abliefern.

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