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Wenn Spielen keinen Spaß mehr macht – Effizienz-Sucht

Normalerweise sollten Spiele uns allen Spaß machen. Darüber sind wir uns – denke ich – alle einig. Doch, was ist wenn man nicht mehr spielt, sondern anfängt zu arbeiten? Wenn man beginnt, Spiele immer mehr als Verantwortung wahrzunehmen. Da ist die Energie wieder voll, dort tauchen wieder neue Duellanten auf – und Spiele werden zur Verpflichtung. Wie sehr ich mich von den simplen Trick der mobilen Spiele fast in eine Sucht trieben ließ, erzähle ich euch im kommenden Text.

Einfach herunterladen

Die meisten Leute werden mich vermutlich kennen. Ich hänge immer bei Twitter ab, kommentiere die neuesten Trends und bin sehr viel mit dem Bus unterwegs. So gestaltet sich nun mal mein Alltag. Selbstverständlich spiele ich auch auf dem Smartphone, so wie es die Meisten tun. Also sitze ich im Bus, lese mir halbherzig die unterschiedlichen Nachrichten durch und siehe da – ein neues Fire Emblem kommt. Dieses Mal sogar für mobile Geräte.

Free-to-Play noch dazu! Wozu also zurück halten? Einfach herunterladen und spielen. Und Spaß macht es, keine Frage. So viel Spaß, dass mir die In-Game-Energie ausgeht. Und jetzt kann ich nicht mehr weiterspielen. Dafür zahlen? Eher nicht. So sehr hatte mich der Titel zu diesem Zeitpunkt noch nicht begeistert. Also wird die App geschlossen.

Was ein Glück, gibt es noch andere kleine Titel, die mich an mein Smartphone fesseln. Wie zum Beispiel Yu-Gi-Oh Duel Links, welches endlich aus der Beta raus ist. „Duellieren wie damals in der Grundschule. Ach was freu ich mich“! Aber auch hier, nur solange genug Energie vorhanden ist. Gleiches Spiel wie bei anderen mobilen Games. Clash of Clans, Boom Beach oder wie sie alle heißen.

Leerer Akku

Eine Entwicklung, die nicht erst seit gestern bekannt ist. Doch wie schädlich sie ist, erfuhr ich nun am eigenen Leib. Ständig auf die Uhr schauen. Oder direkt in die App. „Ist die Energie schon wieder aufgeladen? Kann ich schon weiterspielen? Gibt es neue Materialien?“ Es entstand eine fast schon paranoide Beziehung zu meinem Smartphone. Der Drang, nichts verpassen zu wollen. Überall so effizient und so gut wie möglich zu sein. Eine Suche nach dem optimalen Spielstil. Das war mein Antrieb. Und gleichzeitig verließ mich sämtlicher Spielspaß.

Bis ich dann sonntags auf der Couch saß, zwischen den verschiedenen Apps hin und her wechselte, alles vervollständigte was ich konnte und – nichts. Dann konnte ich nichts mehr. Mein Geist kam nicht mehr zur Ruhe. Immer wieder kreiselte er hin und her, überlegte, ob er noch dort etwas besser machen könnte. Wie ich noch effizienter sein könnte.

Overkill

Natürlich lag dies’ nicht nur an den Spielen, sondern auch an anderen Faktoren. Wie zum Beispiel meinem generellen Medien-Konsum. Aber eins war für mich klar: „Ich musste es reduzieren“. Es waren zu viele Eindrücke, zu viele Gedanken die ich mir über ein simples Spiel gemacht hatte. Und sie hatten mich zerfressen Sie nahmen mir den Spaß und ich machte mir das erste Mal wirklich Sorgen, ob ich nicht doch in das Schema eines Süchtigen rücken würde.

Kurzer Hand also der Entschluss – alles ein wenig reduzieren. Und das, obwohl die Spiele mir Spaß machen. Inzwischen genieße ich die kleinen Spiele auch deutlich mehr. Das Verantwortungsgefühl, welches sich in mir breit machte, weichte wieder den vielen kleinen Vorfreuden am Tag auf mein Smartphone zu schauen. Ohne Zwang, ohne irgendwas.

Dementsprechend werde ich mich auf den nächsten mobilen Titel freuen, aber nicht mehr so wie vorher. Und vielleicht ist dieses Energie-Prinzip auch etwas gefährlich. Zumindest motiviert es anfällige Personen wie mich, so effizient wie möglich beim Spielen zu sein. So sehr das der Spaß verfällt. Also: achtet demnächst darauf, wie effizient ihr wirklich sein wollt.

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Ein Kommentar

  1. Ein schöner Kommentar.

    Vielleicht braucht es stellenweise auch ein Aufladesystem wie in oben genannten Spielen.

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