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Baphomets Fluch: The Director’s Cut – Review

von am 25. März 2009
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Lesezeit: 3 MinutenUbisofts Baphomets Fluch: The Director’s Cut ist ein Experiment für mich gewesen.
Ich gebe es offen und ehrlich zu: es ist mein erstes Point’n Click-Adventure auf der Wii.
Und ich muss gleich vorweg nehmen: Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt!

So nun aber ans Eingemachte.
Broken Sword: Shadow of the Templars, wie der Titel außerhalb Deutschlands heißt, fängt stimmungsgeladen an.

Paris, Stadt der Liebe, Romantik und Träume, sagt man.
Das hab ich auch mal gedacht.
Aber seit jenem Tag,  dem Tag des Mordes, denke ich bei meinem gelibeten Paris auch immer…..
an den Tod.

Das ist der Startschuss in ein Spiel, dass eigentlich dreizehn Jahre alt ist.
Jawohl. 1996 erblickte Baphomets Fluch das Licht der Welt und war für Fans des Point’n Click-Genres eine Offenbarung. Grafisch herrlich gestaltet, mit fordernden, aber lösbaren Rätseln, verpackt in eine wunderbare und mysteriöse Geschichte.
Charles Cecil und sein Revolution Team haben das ursprüngliche Game nun neu zusammengesetzt und auf die Wii und den DS angepasst.
Kann das im Jahre 2009 funktionieren?

Die Antwort: Ja, kann es.
Aber weiter im Text.

Wie beim Original dreht sich die Geschichte um die beiden Charaktere Nico Collard, eine französische Journalistin und George Stobbart, einem amerikanischen Touristen, die durch eine Reihe von Ereignissen zusammen finden.
Direkt zu Beginn wird der eingefleischte Fan merken, dass es eine neue Plot-Linie gibt.
So wird Nico Collard – quasi als Prolog zur eigentlichen Geschichte – in den Mordfall um Pierre Carchon verstrickt und beginnt so ihre Ermittlungen. Ihre Storyline verwebt sich nach dem Mord und den ersten – hier noch seichten – Rätseln mit der eigentlichen Geschichte, nachdem George Stobbart beinahe Opfer einer Explosion in einem lauschigen Pariser Café wird.

An dieser “Verwebung” von altem und neuem Spielmaterial wird deutlich, dass es sich bei Baphomets Fluch: The Director’s Cut nicht einfach um eine lieblose Re-Portierung handelt, sondern um ein durchaus ambitioniertes Remake.
Ich behaupte, dass jemand, der den originalen Teil von 1996 nicht gespielt hat, den Unterschied zwischen “Alt” und “Neu” nicht bemerken wird.
Zugegeben: ich habe auch erst nachlesen müssen, wie das Spiel damals begann, weil es ja nun doch ein, vielleicht auch zwei Jährchen her ist.
Ein Großteil des neuen Contents gehört zum “Nico Collard-Plot”.
Das gewichtet das Spiel und den Anteil der beiden Charaktere ein wenig anders, als dies 1996 der Fall war, schadet der Geschichte aber keineswegs.

Was ist mit den Genre-typischen Räteln?
Der Director’s Cut glänzt mit exklusiven Rätsel- und Puzzlepassagen.
Diese wurden nicht “weil es so witzig ist mit der Wii-Remote Bewegungen zu vollführen” auf Teufel komm raus ins Spiel geknüppelt, sondern wirken sehr durchdacht, fühlen sich verdammt gut an und sind zu keiner Zeit aufgesetzt.
Die Schwäche, Dinge aus dem Inventar nach dem “try and error”-Prinzip mit der Umgebung interagieren zu lassen sucht man bei diesem Titel – wie schon 1996 vergeblich.

Die Steuerung könnte simpler nicht sein.
Hat man jemals Point’n Clicks mit der Maus gespielt?
Draufzeigen, A-Knopf drücken um zu agieren, B-Knopf zum Untersuchen.
Das wars.
So, wie es sich für dieses Genre auch gehört.
Und da man das Ganze auf dem heimischen Fernseher spielt, fühlt es sich fast so an, als würde man einem Zeichentrickfilm folgen.

Das bringt mich direkt zum vorletzten Punkt: Grafik.
Der Stil hat Charme. Keine Frage.
Die Original-Grafiken wurden hervorragend durch die storybedingten Änderungen ergänzt.
Die Cut-Scenes und Charakter-Portraits von Dave Gibbons (Watchmen) fügen sich wunderbar in den Look des Spiels ein, könnten aber im Jahre 2009 ruhig ein wenig mehr animiert sein. Sie wirken hier und da ein wenig statisch.

Last but not least: Der Sound.
Hervorragend wie eh und je: Der Sonudtrack! Er legt sich, wie bei einem guten Film unter das Geschehen und baut eine besondere Stimmung auf. Super.
Aber was zum Geier ist mit den Dialog-Sequenzen passiert?
Nicht selten wird man aus der Geschichte unfreiwillig herausgerissen, weil der Dialog zweier Personen plötzlich deutlich an Tonqualität einbüßt.
Da klingen schon mal Textpassagen einiger Charaktere, als wären sie durchs Telefon, oder durch den Radiowecker aufgenommen worden.

Das ist eigentlich auch schon der einzige Vorwurf, dem man dem Spiel machen kann.
13 Jahre nach Ersterscheinen ist Baphomets Fluch: The Director’s Cut auf der Wii ein wirklich sehens- und erlebenswertes Spiel mit einer spannenden, bis zum Ende fordernden Geschichte.
Die Wii scheint wie geschaffen für dieses Spiel zu sein.
Und ich könnte mir vorstellen, dass mit diesem Titel ein paar mehr Wii-Besitzer Zugang zum Point’n Click-Genre finden. Und das wäre sicher ein Gewinn für dieses oftmals totgeglaubte Genre!

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