Sonntag , 2. August 2015
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Mass Effect 3 – Das Ende einer Saga?

Seit ich etwa eineinhalb Wochen nach Erscheinen von Mass Effect 2 im Jahre 2010 die Ending Credits über den Bildschirm habe flackern sehen, hatte ich darauf gewartet: Mass Effect 3. Der Teil der Serie, der alles zu einem fulminanten Abschluss bringen sollte – alle Fragen sollten beantwortet, alle Hintergründe aufgezeigt und nicht zu vergessen: alle Reaper sollten Geschichte sein. Was davon am Ende meiner Meinung nach funktioniert hat und was nicht, erfahrt ihr hier.

Außerdem gibt es Antworten auf die Frage, warum Millionen von Fans das Ende mit eher unschmeichelhaften Worten bewerten (ich versuche es trotzdem Spoilerfrei zu halten) und ob es überhaupt ein Ende ist, das erfahrt ihr hier in meiner Review, die – und das möchte ich hier gleich vorneweg sagen – natürlich nicht unparteiisch ist, denn vielleicht ist es ja schon in früheren Artikeln von mir aufgefallen, aber ich bin schon seit dem ersten Teil der Mass Effect Reihe ein absolutes Fangirl.

Take Earth back!

Das ist das Motto des Spiels und eben Programm. Die Erde wird von den Reapern angegriffen (vermutlich weil Shepard denen bisher immer so ans Bein gepisst hat und sie deshalb überzeugt sind: die Menschen müssen zuerst weg) – und wir schaffen es gerade noch so mit der Normandy – jetzt nicht mehr im schicken silber/schwarz/orange von Cerberus sondern dem normalen Blau der Systems Alliance Navy, aber man kann ja nicht alles haben… überhaupt war mein erster Gedanke nachdem ich wieder an Bord war und mir davon berichtet wurde, dass sie das Schiff an Alliance Standards angepasst haben folgender: ja… uh… wie sieht das denn aus? Egal, man gewöhnt sich an alles und nach unserem Stunt mit der Collector Base waren die Reparaturarbeiten einfach noch nicht fertig – das Sonnensystem zu verlassen, mit der Mission vom Rest der Galaxy (soll heißen vom Council) Hilfe zu holen, solange noch etwas da ist was sich zu retten lohnt. Admiral Anderson bleibt zurück auf der Erde und organisiert den Widerstand vor Ort. Für all diejenigen, die sich jetzt vielleicht fragen… duh? Admiral? Ist er nicht Councilor? Dem sei gesagt: nein ist er nicht mehr. Im Roman Mass Effect: Retribution tritt er von dem Posten zurück und Udina wird Councilor.

Bevor wir es allerdings zur Citadel schaffen, schickt uns Admiral Hackett (im weiteren Verlauf wird er die Weltraumflotte und den Galaxieweiten Widerstand gegen die Reaper koordinieren) zu den protheanischen Archiven auf dem Mars, wo wir auf Liara T’Soni (und ach ja, hätt ich beinahe vergessen: feindliche Cerberus-Einheiten und zwar jede Menge…) treffen und Baupläne einer mosntrösen Waffe in die Hand bekommen, die die Reaper vernichten soll.

Was ja nun alles überhaupt nicht nach einem herkuleanischen Unterfangen klingt. Nein, ach, kein Stück.
Was tun wir also? Wir nehmen die Pläne mit zur Citadel, präsentieren sie dem Rat und ernten eine Absage, da ja jeder seine eigenen Sorgen hat mit den Reapern, die bei ihm vor der Tür stehen. Das heißt aber nicht, dass wir keine Hilfe bekommen, es heißt nur… naja, wir müssen uns etwas mehr anstrengen. Zum Beispiel versuchen die Kroganer mit den Turianern zu versöhnen und/oder die Genophage heilen; oder versuchen die Quarianer und die Geth zu versöhnen, sodass die Quarianer vielleicht ihre Heimatwelt Rannoch nach 300 Jahren des Exils wieder besiedeln können. Kurzum: wir müssen eine schlagkräftige Flotte aufbauen, um die Erde zurückzuerobern und die Reaper ein für alle Mal zu vernichten – die Stärke unserer Flotte können wir uns auch an einem Terminal auf der Normandy ansehen – und nebenbei auch noch Cerberus und den Illusive Man aus dem Weg räumen.

Klingt kompliziert? Ist es auch. Zumal wir Entscheidungen über Entscheidungen treffen müssen, die über Leben und Tod von einigen unserer Freunde und nicht zu vergessen Millionen Lebewesen bestimmen – denn im Laufe des Spiels wird es immer deutlicher: wenn wir versagen, dann gibt es kein Morgen für die aktuelle Galaxie und die Yahg werden vielleicht die Herren des nächsten Zyklus, wenn Asari, Salarianer, Menschen, Turianer etc. nur noch archäologischen Wert haben, so wie aktuell die Protheaner.

Gameplay und Dialoge: schneller, besser und emotional bindender

Wenn es bis dahin noch nicht ohnehin schon geklappt hätte, dann hätte es BioWare spätestens mit den ersten paar Dialogen, erst auf der Erde und dann auch beim Wiedersehen mit Liara geschafft, mich emotional an das Spiel zu binden. Denn Mass Effect 3 weiß genau was du bisher getan hast. Bis ins letzte Detail. Und das zeigt es auch in den Dialogen, weitaus extensiver als das in den Vorgängerteilen der Fall war.

Schon in dem ersten Dialog mit Anderson im Alliance Hauptquartier in Vancouver hat mein Fangirl-Herz ein kleines *squee* von sich gegeben. Auf dem Mars wurde es dann geradezu ohrenbetäubend, wenn wir Liara treffen. Liara war der Love-Interest meines FemShep in Mass Effect und sie war ihr in Mass Effect 2 treu geblieben. Und Ingame-Liara weiß das, genau wie ich und FemShep und reagiert auch dementsprechend, wenn wir uns dort zum ersten Mal wieder sehen. Sie ist sogar ein bisschen zerknirscht, dass sie uns nie besucht hat während wir “suspendiert” waren, nachdem wir das batarianische Mass Relay zerstört haben und unter anderen Umständen vermutlich vor’s Kriegsgericht gekommen wären (DLC: The Arrival.

Okay, genug zu den Dialogen und der emotionalen Bindung. Kommen wir zu dem Punkt, der (neben dem Ende) sicherlich am kontroversesten in jedem Spiel diskutiert wird: dem eigentlich Gameplay. Ich persönlich muss sagen: ich finde das Gameplay super, es ist schnell und actiongeladen, so wie ich es von einem 3rd-Person-Shooter erwarten würde. Es spielt sich auf jeden Fall leichtgängiger als die bisherigen Teil der Reihe.

Wir können jetzt nämlich nicht mehr nur in Deckung gehen oder über Deckungen hinüberklettern, sondern auch aus dem Weg hechten/rollen – eben in Deckung springen. Was sich im Verlauf des Spieles in mehreren Situationen als äußerst nützlich erwiesen hat. Einziger Wermutstropfen? Wie auch in Mass Effect 2 machen wir alles nur mit der Leertaste. Dagegen ist auch generell nichts einzuwenden… aber, wenn ich nun einmal eigentlich lossprinten wollte, aber doch noch zu nah an einer potentiellen Deckung bin wenn ich die Taste drücke… dann gehe ich manchmal in Deckung und das oft genau auf der falschen Seite der Deckung… etc. pp. So etwas kann einen ganz schnell um die virtuelle Ecke bringen und ist vermutlich durchaus in höheren Schwierigkeitsgraden problematisch. (Wäre es nicht möglich gewesen, irgendeine andere Taste wenigstens für Sprint zu benutzen, huh, BioWare? Es ist ja nicht so, als gäbe es auf der Tastatur nicht genügend andere Tasten…)

Skillsystem und Waffen

Nachdem es doch einige Kritik am Skillsystem des Vorgängerteils gegeben hatte, ist der Skilltree jetzt wieder definitiv umfangreicher und komplexer. Zunächst gibt es für jede Fähigkeit drei feste Stufen und danach folgen noch jeweils drei Stufen bei denen man zwischen zwei Varianten des Skills wählen kann. Damit ist es nicht mehr ganz so unübersichtlich wie in Mass Effect, aber eben auch nicht mehr ganz so knapp wie in Mass Effect 2. Für mich absolut ausreichend, zumal ich die Aufrüstoptionen der jeweiligen Fähigkeiten wirklich interessant finde, eine absolute Verbesserung.

Ebenso absolut verbessert hat sich das Waffensystem. Man kann jetzt ausrüsten, was man will. Ich kann also als Adept oder Engineer genauso mit einer Sniper-Rifle rumlaufen, wie der Infiltrator oder Soldat. Einzig dabei zu beachten ist, dass das Gewicht der Waffen die Auflade-Zeit der Fähigkeiten beeinflusst: je schwerer die Waffen, die man mit sich herumschleppt, desto länger dauert es, bis ein Skill wieder verfügbar ist. Klassen, die hauptsächlich auf Skills setzen, sollten also vielleicht darauf achten möglichst leichte Waffen auszurüsten. Und es ist ja nicht so, als würde es an Auswahl fehlen. Während des Spiels ist es nämlich möglich eine Vielzahl an Waffen freizuschalten: entweder man findet sie während der Missionen oder man kauft sie in einem der vielen Läden auf der Citadel.

Diese Waffen kann man dann auch über verschiedene Terminals an Bord der Normandy aufrüsten und modden. Ja genau, modden. Neben Waffen kann man nämlich auch eine Vielzahl an Mods auf Missionen finden (oder eben auch in Shops kaufen) – vergrößerte Magazine, mehr Schaden, Zielfernrohre für Pistolen und Submachineguns etc. pp. Gefällt mir sehr gut. Besonders nachdem ich in Mass Effect 2 in dieser Beziehung ja fast gar keine Wahl hatte.

Ach ja… Liebe ist schön…

Wie auch in den Vorgängerteilen spielen auch in Mass Effect 3 zwischenmenschliche Beziehungen eine große Rolle. Und hier bitte ich auch gleich für einen gehörigen Applaus für BioWare, denn es gibt nicht nur bi-Optionen (Liara, Diana Allers und Kaidan – ja, Kaidan hat jetzt auch offensichtliche Gefühle für MShep) was die neuen Love-Interests (LI) angeht, sondern auch zwei offen homosexuelle und absolut liebenswerte Charaktere. Samantha Traynor, die uns im CIC zur Seite steht und ein LI für FemShep ist und unser Shuttle Pilot Steve Cortez (LI für MShep). Wo wir auch schon beim nächsten Punkt sind: es ist diesmal auch möglich signifikante Beziehungen zu Charakteren aufzubauen, die nicht zu unserem Squad gehören.

Ich muss sagen, die Liara-Romanze ist jedenfalls sehr schön umgesetzt worden, was mir besonders wichtig war, nachdem ich die Art und Weise wie ihr Charakter in Mass Effect 2 behandelt wurde, nicht besonders berauschend fand. Hach ja…

Aber auch von reinen Romanzen abgesehen, kann man sich jetzt mit viel mehr Menschen unterhalten oder zumindest ihre Unterhaltungen hören. Auf der Citadel gibt es Dutzende von Ambient-Unterhaltungen – manche eher neutral und informativ, andere geben uns Quests (es gibt eine Vielzahl an Sidequests, die wir unter anderem auch dadurch bekommen, dass wir Gesprächen auf der Citadel lauschen) und manche sind auch ziemlich bedrückend.

Sehr witzig sind dafür die Unterhaltungen, die die Squadmitglieder miteinander führen. Der verbale Showdown zwischen Vega und Garrus auf dem Crewdeck: genial. Das verbale Sparring zwischen Vega und Javik: roflmao. Tali sturzbetrunken an der Bar – unbezahlbar. Und sie halten sich auch mit ihren Meinungen über seine eigenen Beziehungen nicht zurück. Javik zum Beispiel überraschte mich total mit seinem Kommentar zu Liara und FemShep. (Wenn man Liara mit Samantha Traynor betrügt, erfährt sie das übrigens auch– aber das ist irgendwie zu erwarten… sie ist schließlich der Shadowbroker.)

Und natürlich treffen wir auch alte Bekannte aus den vorherigen Teilen wieder. Jedes Squadmitglied, das die Suicide Mission überlebt hat, wird wieder im Spiel auftauchen und eine wichtige Rolle in mindestens einer der Missionen spielen. Und auch Nicht-Squadmitglieder sind wieder mit von der Partie (sofern sie noch leben): Dr. Chakwas, Dr. Michel, Engineer Adams, Kenneth Donelly und Grabiella Daniels. Wir treffen aber auch Bailey wieder, oder unsere Medienfeindin Al-Jilani. Wir erfahren das Schicksal von Thana Ranoptis, erfahren wie es den Kolonisten von Zhu’s Hope ergangen ist und wir treffen Charaktere die bisher nur in den Romanen vorkamen: Kahlee Sanders und Kai Leng.

Wie man im Laufe des Spieles sehen kann: unsere Entscheidungen in den vorangegangen Spielen haben eine zum Teil immense Auswirkung. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie anders zum Beispiel die Missionen auf Tuchanka abgelaufen wären, wären Wrex und Mordin nicht mehr am Leben gewesen. Oder wenn Tali die Suicide-Mission nicht überstanden hätte. Oder wenn der Rat die Konfrontation mit Sovereign nicht überlebt hätte.

Multiplayer… gut, aber leider nur bedingt optional

Nachdem bekannt wurde, dass Mass Effect 3 einen – ich betone – optionalen Multiplayer-Part haben würde, war der Aufruhr groß. Denn nicht jeder der Action-RPGs spielt, ist ein Fan von Multiplayer. In der Tat war auch ich skeptisch. Aber ich muss sagen: es macht Spaß. In Vierer-Teams spielt man auf Maps, die man aus dem Singleplayer aus den N7-Nebenmissionen kennt, gegen zehn Wellen von Gegnern – entweder Cerberus, Geth oder Reaper, wobei Reaper mit Abstand die härtesten Gegner sind. Wählen kann man zwischen verschiedenen Schwierigkeitsstufen (Bronze, Silber und Gold) und aus den gleichen Klassen, die man auch im Singleplayer-Modus spielen kann. Wobei wir hier nicht nur auf die menschliche Rasse beschränkt sind. Während der Missionen ist es möglich sich “Credits” zu verdienen, mit denen man nachher im Shop verschiedene Booster-Packs (ja, die Analogie zu Sammelkartenspielen passt wie die Faust auf’s Auge) kaufen kann um andere Rassen, zum Beispiel den salarianischen Engineer, den quarianischen Infiltrator oder den kroganischen Soldaten freizuschalten. Jede Rasse kommt dabei mit einem leicht abgewandeltem Skillset daher. Maximaler Level im Multiplayer ist 20 – dann ist es möglich den Charakter zu befördern, sodass er der Flottenstärke im Singleplayer-Spiel hinzugefügt wird.

Außerdem erhöht jedes gewonnene Multiplayer-Spiel (und auch in geringem Umfang nicht gewonnene, sobald man wenigstens Welle 5 überstanden hat) den sogenannten Galactic Readiness Score (ein Prozentwert, der, sobald er über 50% hat, in 24 Stunden etwa um 4% abnimmt, so wie ich das bisher beobachtet habe). Und das ist auch die Krux an der Sache. Es wurde ja gesagt, dass es möglich wäre ein optimales Ende in Mass Effect 3 zu erzielen, auch ohne dass man Multiplayer spielt. Es gibt zwar 16 verschiedene Enden – und ich persönlich… uh würde keines davon optimal nennen, um ehrlich zu sein – aber die Besseren (Ansichtssache), sind nur mit einem hohen Galactic Readiness Score möglich (wird als Faktor mit der Flottenstärke multipliziert), wenn man sich die erforderliche Stärke der Flotte anschaut, sodass wenigstens ein paar Runden Multiplayer absolut unumgänglich sind, da man sonst nicht auf diese hohen Punktzahlen kommen kann.

Aber wie gesagt… da die Enden am Ende (uh… Wortspiel) leider nicht ganz das halten, was meiner Meinung nach mit dem gesamten Marketing des Spiels versprochen wurde, ist das vielleicht ohnehin egal.

From the Ashes

Viel wurde über den Day-1 DLC From the Ashes diskutiert. Da ich die Collectors Edition gekauft hatte, habe ich ihn sowieso bekommen. Und ich muss sagen: ist nicht schlecht. Wir sehen Eden Prime wieder, es gibt einen genialen Dialog über Dinosaurier und der DLC bietet viel Hintergrundwissen über die Protheaner, sodass es sich für all diejenigen lohnt, die schon immer wissen wollten ob das leicht verklärte Bild, dass Liara gern von ihnen zeichnet auch stimmt. Genauso wenig jedoch, wie die Squadmate DLCs von Mass Effect 2 notwendig waren um das Spiel zu spielen und zu genießen (ich habe bis jetzt noch keinen Playthrough fertig in dem Kasumi Teil meines Teams war, da ich den DLC erst jetzt, kurz vor Erscheinen von ME3 gekauft habe), ist dieser es auch nicht. Wäre er nicht beim Spiel dabei gewesen, hätte ich ihn daher wohl voererst nicht gekauft.

Oh mein Gott… jetzt hör doch endlich auf heulen

Vorneweg: ich bin eigentlich kein sehr emotionaler Mensch – in der Tat lassen mich verdammt viele Sachen schlicht und ergreifend kalt – und wenn überhaupt, dann äußert sich meine Anteilnahme vielleicht am ehesten in Zynismus und das dann auf Dr. House-Level. Deshalb an dieser Stelle nur soviel: In Mass Effect 3 gab es mehrere Situationen in denen mir Tränen über’s Gesicht gelaufen sind. Soviel also zur emotionalen Bindung zu liebgewonnenen Charakteren.

Mass Effect 3 als Einsteigertitel in die Serie?

Es wurde mehrfach gesagt, man könne Mass Effect 3 auch dann spielen, wenn man die Vorgängerteile nicht kennt. Stimmt natürlich, aber würde ich es empfehlen? Hell no! Auf gar keinen Fall! Ich bin fest davon überzeugt, dass man ein optimales Spielerlebnis erst dann bekommt, wenn man sich selbst durch Mass Effect und 2 gekämpft hat. Dann kennt man die Charaktere, dann bedeuten sie einem etwas. Dann sieht man die Auswirkungen seiner eigenen Handlungen.

Fazit – denn ich könnte noch Stundenlang weiterschreiben und hätte immer noch nicht alles erwähnt was erwähnenswert wäre…

Ist Mass Effect 3 ein gutes Spiel? Nein, meiner Meinung nach ist ein großartiges Spiel, von einigen Kinderkrankheiten – wie der Besessenheit von der Leertaste… – einmal abgesehen, die aber das Spielerlebnis selbst nicht wesentlich beeinträchtigen.

Das Gameplay ist rasant und action geladen (wobei man hier sagen muss: YMMV, denn jeder hat halt seine eigene Vorstellung davon wie sein optimales Gameplay Erlebnis aussieht), die Story war für mich von Anfang an mitreißend (und emotional berührend) und wir treffen Charaktere wieder, die wir bereits in den anderen beiden Teilen liebgewonnen haben, auch wenn dieses Wiedersehen in einigen Fällen nicht ansatzweise so tiefgreifend war wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte (und mitunter auch einfach nur schmerzhaft tragisch), besonders was die Haupt-Charaktere aus Mass Effect 2 angeht.

Bis ca. zwölf Minuten bevor ich die Credits über den Schirm habe laufen sehen, hätte ich Mass Effect 3, dem ich verdammt gute Aussichten darauf bescheinige Spiel des Jahres 2012 zu werden (absolut verdient IMHO), dementsprechend eine volle 10/10 Wertung gegeben, aber dann…

Ich habe sehr lange überlegt ob ich überhaupt etwas dazu sagen sollte, da ich niemandem das Ende des Spieles vorweg nehmen möchte – deshalb gibt es einen weitaus detaillierten und spoiler-heavy Kommentar (leider in englisch, da ich a) in englisch gespielt habe, was es irgendwie immer seltsam macht auf deutsch darüber zu sprechen/schreiben und ich b) in englisch besser “ranten” kann) von mir auf meinem Blog, in dem ich auch auf Artikel verweise die von weitaus eloquenteren Schreibern verfasst wurden – u.a. dem Forbes Magazin – okay alles Lüge, es gibt auch eine deutsche Version des Kommentars. Von daher nur soviel: ich persönlich fand das Ende einfach nur unbefriedigend und unfertig; nicht schlecht, nicht gut, sondern unbefriedigend – und irgendwie enttäuschend (und Leute nannten das Ende von Mass Effect 2 antiklimatisch…) – was nach den gut 120 Spielstunden (~35 im aktuellen Teil, plus mindestens zehn im Multiplayer), die allein in diesem ersten meiner fünf Shepards (uh ja… ich gebe zu, ich war ein Bisschen besessen, und ich habe zusätzlich noch zwei Shepards, die in der zweiten Hälfte von ME2 sind) am Ende von Mass Effect 3 steckten, irgendwie noch schlimmer ist.

Allerdings, nach dem ersten Aufschrei der durch die Fandom ging – ein Teil der Fans findet das Ende okay bis gut (scheint der kleinere, oder zumindest der weniger lautstarke Teil zu sein), der Rest findet es, gelinde gesagt, scheiße, und dementsprechend beginnt man sich langsam in den Foren selbst zu zerfleischen – gibt es jetzt erste Gerüchte, dass eigentlich noch gar nicht Schluss ist, bzw. das das was wir sehen, nicht das eigentliche Ende ist. Auf 4chan (und ja ich weiß 4chan, als Schöpfer des Pedobären und anderen Internetphänomenen die man lieber wieder vergessen möchte, sobald man von ihnen gehört hat – tubgirl anyone? – ist jetzt nicht unbedingt zuverlässige Quelle Nr. 1 im Internet, aber nach allem was ich gelesen habe, hat der Schreiber bislang bei sämtlichen DLCs für ME2 immer Recht gehabt) gab es einen Post dazu, dass es einen DLC geben wird (getauft: The Truth), der basierend auf der Entscheidung die wir jetzt im Spiel getroffen haben, das eigentliche Ende nachliefert. Ich sag’s ja nicht gern, aber ich hoffe 4chan hat Recht – und selbst wenn ich den DLC bezahlen muss: ich bin die erste die ihn kauft.

Credit für die Screenshots geht an Annakie, da in Origin leider – im Gegensatz zu Steam – keine Screenshotverwaltung eingebaut it, sodass man ohne Hilfsprogramme keine aufnehmen kann.

Über Sam St. James

Sam schreibt seit Ende 2010 für IKYG, ist aber im echten Leben Neurowissenschaftlerin. In Rollen- und Strategiespielen rettet sie am liebsten in möglichst epischen Inszenierungen die Welt/Galaxie/oder was halt sonst gerade gerettet werden muss. Und ansonsten hat sie sich auch schon weit mehr als 50 MMORPGs angesehen, was sie zu unserer MMORPG-Spezialistin macht.

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Ich verbinde sehr viele gute Erinnerungen mit Harvest Moon. Das spiel für's SNES hatte ich damals von einer Schulfreundin über die Sommerferien ausgeliehen und dann dementsprechend für die sechs Wochen, während es zu heiß zum rausgehen war, wie besessen gespielt. Bis auf ein paar wenige Titel habe ich bisher dementsprechend - immer noch den tollen Erinnerungen nachhängend - alle Harvest Moon Spiele an die ich herankam und für die ich die nötige Hardware hatte, durchgezockt. Den ersten "richtigen" 3D Titel Harvest Moon - A new Beginning habe ich bisher allerdings nicht gespielt, weshalb ich mich umso mehr auf Harvest Moon - Das verlorene Tal gefreut habe, welches ebenfalls komplett 3D ist und an der Minecraft-Krankheit leidet.

3 Kommentare

  1. Ich muss ja sagen, dass ich die Aufregung um das Ende nicht ganz nachvollziehen kann. Es macht nämlich tatsächlich Sinn, wenn man es in Zusammenhang mit bestimmten Ereignissen aus den Vorgängern setzt und es wird eben viel Symbolik verwendet (wäre jetzt aber zu viel der Spoiler). Und ich seh schon den nächsten Aufschrei, wenn BioWare das Ende verändern sollte (hoffentlich nicht) und der DLC dann 20 Euro kostet.
    Ansonsten stimme ich zu, Story, Dialoge und Begleiter wie immer hervorragend. Nebenmissionen und Shooter-Einlagen haben mir noch nie so wirklich zugesagt, da ich aber alle Teile gespielt habe, waren sie so schlecht wohl auch nicht :-)

  2. Habe gestern angefangen und bin schon wieder gecatched… Vor allem der Sound der Reaper ist der Hammer – alter alter Falter bringt das Spiel meine Anlage auf Touren, nichtmal neuere Blockbuster-Filme mit massig Bumbum hauen so derbe in die Magengrube.

    Falls das Ende wirklich so scheiße sein soll… Kann mir nicht vorstellen dass ich das Spiel deswegen abwerten würde, weil es macht unfassbar viel Spaß und hat nicht mehr so viel Leerlauf wie die Vorgänger (Planeten abfahren/scannen = nerv). Die letzte halbe Stunde Herr der Ringe – Rückkehr des Königs war auch scheiße, na und? ^^

  3. Naja, das Spiel war echt absolut der Hammer, wie gesagt, bislang das beste was mir Rollenspieltechnisch untergekommen ist – bin grade in meinem zweiten Playthrough.
    Aber das Ende war leider nicht so der Hammer. Es ist gar nicht mal unbedingt total schlecht oder scheiße – ganz so übel fand ich’s dann doch nicht – aber ich hätte irgendwie mehr erwartet gehabt, zumal es wirklich viele, viele logische und storytechnische Ungereimtheiten gibt (die mich durchaus stören), die einfach IMHO nicht hätten passieren dürfen. Ist so als hätte Quality Control das Ende nie gesehen.
    Und wäre das ganze ein Hollywoodfilm? Die Testgroup hätte das Ende so niemals bestehen lassen und der Film hätte es ohne eine grundlegende Änderung nicht bis in die Kinos geschafft.
    Aber naja, sind ja nur die letzten zehn Minuten, die jedenfalls garantiert nicht in die Geschichte meiner Lieblingsenden eingehen werden – ich kann darüber jedenfalls hinwegsehen, weil der Rest einfach nur phenomenal war; andere offenbar nicht. So wie ich gelesen habe, bieten einige Handler volle Kostenrückerstattung an, wenn man wegen dem Ende mit dem Spiel unzufrieden ist. Was ich ganz schön krass finde, da kommt man sich so ein Bisschen vor wie in Absurdistan…

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