Montag , 25. Mai 2015
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FIFA 11 – Dieses Jahr wird es persönlich

Fußball ist mehr als nur ein Sport, Fußball ist eine Religion. Jedenfalls in Europa. Millionen von Menschen treffen sich Wochenende für Wochenende, um ihre Lieblingsvereine zu unterstützen. Doch wie sieht es in der virtuellen Welt aus? Kann Electronic Arts den Siegeszug der letzten Jahre fortsetzen und eine noch komplettere Fußball-Simulation anbieten? Wir haben dem Titel auf den Zahn gefühlt.

Das gewisse Plus an Personalität

Natürlich handelt es sich bei Fußball generell um einen Mannschaftssport, dennoch hat ja jeder Spieler seine eigene Persönlichkeit, die in FIFA 11 besonders stark zur Geltung kommt. Wie auch schon in der Vergangenheit bestimmt ein Wust an Attributen die Fähigkeiten der einzelnen Athleten, nun besitzen gute Spieler aber noch spezielle Fertigkeiten, wodurch sie aus der Masse deutlicher herausstechen. So sind Özil oder Messi zum Beispiel wahre “Dribbelkünstler”, die nur schwer von der Verteidigung gestoppt werden können, während “Taktiker” durch ihr gutes Stellungsspiel bestechen und Spieler mit “Lufthoheit” besonders im Zweikampf in der Luft die Oberhand haben.

Auch wenn dieses neue Feature sich auf dem Papier relativ unspektakulär anhört, macht es sich auf dem Platz deutlich bemerkbar: Das Spiel ist individueller, jeder Athlet spielt sich unterschiedlich. Das ganze Gebolze auf dem grünen Naturteppich ist authentischer. Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Realität.

Die Sache mit dem Ball…

Jahr für Jahr stellt sich doch die Frage, was sich auf dem Platz verändert hat. Wie sieht es bei den Zweikämpfen aus? Was hat sich bei der Ballphysik geändert? Reagiert die Defensive gescheit auf die Offensive?

Und hier liefert EA Sports wieder einen sehr guten Job ab. Dabei haben sich die Entwickler besonders zwei Problemen aus dem Vorjahr angenommen: Das Passspiel ist nun anspruchsvoller, da es sowohl darauf ankommt, wie kräftig der Pass gespielt wird, als auch in welche Richtung. Hier gibt es mehr Freiheiten, die Pässe sind nicht mehr wie an der Schnur gezogen, was aber auch dazu führt, dass man einige Matches braucht bis man sich an das neue System gewöhnt hat.

Die andere große Veränderung haben die Kopfbälle erlebt. Wir erinnern uns: Im letzten Jahr waren die Kopfbälle ein wenig lasch, nach einer Flanke fanden die Bälle nur mit wenig Wumms den Weg ins Tor. Das ist dieses Jahr nicht mehr der Fall. Das runde Leder knallt in der aktuellen Version mit hoher Geschwindigkeit zwischen die Pfosten, sodass Flanken auch endlich wieder richtig Spaß machen.

Auch mal zwischen den Pfosten stehen!

In den letzten Jahren durfte man im “Be A Pro”-Modus immer seinen eigenen Fußballer auf dem Feld steuern, ihn über die Jahre hinweg verbessern und so ein wenig Profifußballluft schnuppern. Dabei konnte man so ziemlich jede Position austesten, bis auf dem Schlussmann, der Torhüter. Das ist Geschichte, denn endlich hat man die Gelegenheit zu erfahren wie es ist, 90 Minuten lang das eigene Tor zu bewachen. Der Goalie wird mit dem linken Stick gesteuert und mit dem rechten Stick werden Paraden ausgeführt. Eine Anzeige weist darauf hin, wie der Schuss verlaufen könnte. Natürlich muss der Goalie von heute mehr drauf haben, als nur Angriffe zu parieren. Er eröffnet das Spiel, ist der Libero und baut den Angriff mit klugen Abstößen auf. Trotzdem kann es gerade bei stärkeren Mannschaften wie dem FC Barcelona oder Inter Mailand auch mal etwas langweiliger zu gehen. Aber so ist es eben, das Torhüterleben.

Elf Freunde müsst ihr sein

Schön, das man den Torwart auch online spielen kann und so auch erstmalig richtige Elf-gegen-Elf Matches austragen lassen. Ansonsten hat sich nicht viel verändert in den Spielmodi: Nach wie vor lassen sich schnelle Partien austragen, Ligen sowie Turniere können eröffnet werden und mit genügend Freunden lassen sich eigene Clubs gründen. Das macht Spaß und fesselt vor dem Bildschirm.

Offline darf man in der Karriere nun auswählen, ob man als Spieler, Spielertrainer oder Manager fungieren möchte. Als Spieler hat man keine Kontrolle über den Verein und versucht stattdessen, Messi und Co. den Rang abzulaufen. Der Spielertrainer kümmert sich auch um Transfers, Aufstellungen und läuft am Wochenende im Stadion auf während der Manager sich strikt nur ums Business kümmert.

Der beliebte “Ultimate Team”-Spielmodus, in dem ähnlich wie den Panini-Sammelalben, Boosterpacks erworben werden müssen, um das eigene Team mit Spielern auszustatten und zu verstärken, ist zwar wieder nicht von Anfang an dabei, wird aber im November als Goodie kostenlos nachgeschoben.

Breucki und Buschi

Auf den Kommentatorenplätzen nehmen in diesem Jahr Manfred Breuckmann und Frank Buschmann platz. Beide eigentlich Legenden in ihrem Fach und von jedem Fan geliebt und respektiert, sollten sie eigentlich die Idealbesetzung als Kommentatoren für ein Fußballmatch darstellen. Doch leider übertreiben es die Beiden bisweilen und schreien auch noch lange nach einer vergebenen Chance durch die Gegend. Und der Aussage, dass ein Distanzschuss aus über 20 Meter eine Hundertprozentige Chance ist, würde auch nicht jeder Stürmer zustimmen. Ganz zu schweigen von den verbalen Aussetzern: Wenn ein Pass nicht seinen eigentlichen Adressaten findet, wird gleich vom “kranken Pass” gesprochen. Sie wollen lustig locker rüberkommen, aber das klappt nur selten.

Dafür entschädigt aber die Stadionatmosphäre umso mehr. Jubelarien und Fangesänge verzücken den Fußballfan. Und wenn man hört wie zum Beispiel die Fans des BVBs “Die Nummer Eins im Pott sind wir” anstimmen, geht einem als Ruhrgebieter das Herz auf. Es sei denn man ist ein Knappe, aber die haben momentan eh ganz andere Sorgen…

Rasenschach in visueller Pracht

Auch in diesem Jahr lässt sich nur schwer abstreiten, dass FIFA 11 eine gute Figur macht. Die Sportler weisen viele Details auf, Messi, Özil, Ronaldo, Ribery und Co. sind ihren realen Vorbildern wie aus dem Gesicht geschnitten und bewegen sich äußerst realistisch über den Platz. Es ist immer noch eine Wonne mit anzusehen, wie zwei Spieler um den Ball kämpfen. Aber auch das ganze Drumherum sieht toll aus. Die Stadien sind aufwendig gestaltet und die vielen Zwischenschnitte fangen das Geschehen aus der Realität sehr gut ein.

Fazit:

FIFA 11 ist das beste FIFA das es gibt. Ist ja auch nicht schwer, denn EA Sports verbessert behutsam das Gameplay und nähert sich der perfekten Fußballsimulation Jahr um Jahr. Personality+ sorgt dafür, dass sich jeder Spieler individueller anfühlt und die Pässe brauchen mehr Feingefühl.
So weit, so gut? Ja, ABER EA Sports währe gut beraten, den vorhandenen Spielmodi in den nächsten Jahren den angesammelten Staub abzuwischen.
Ja, Torwart zu sein macht Spaß, kann aber eintönig werden und ja, man hat die Auswahl zwischen drei Karrierewegen. Aber trotzdem spielt sich die Karriere als Spieler zu steril. Wieso kann ich keine Pressekonferenzen oder Interviews geben? Wieso werde ich für schlechte Leistungen nicht aus dem Team geworfen? Wieso kriege ich nur Anweisungen via Email und nicht vom Trainer persönlich in der Kabine? Hier wären Veränderungen gerne gesehen.
So bleibt unterm Strich, ein sehr gut spielbares FIFA 11, mit dem man jede Menge Spaß haben kann, das aber abseits des Feldes nicht viel Neues bietet. Aber wie heißt es so schön?
“Was zählt, ist auf dem Platz!”


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2 Kommentare

  1. Ich teile Deine Meinung weitestgehend, bin allerdings ein bißchen überfordert mit de Steuerung. Ich gestehe, dass ich seit Jahren kein aktuelles FIFA-Spiel mehr gespielt habe, weil es mich einfach nicht mehr gereizt hat. Seit einem EA-Event in Köln hab ich schon wieder Bock bekommen, sehe aber überhaupt kein Land.

    Meine Pässe kommen nie an. Wie zum Henker können die Spieler den Ball kontrollieren, warum funktionieren meine Kopfbälle nach Flanken und Ecken nicht und warum wird normales Tackling so oft gepfiffen?

    Ich brauche ein FIFA 11-Trainingscamp, um konkurrenz-fähig zu sein. Vielleicht bin ich einfach zu alt….schnüff!

  2. also ich muss ja sagen diesmal kann ich zu consolenversion noch recht wenig sagen,hab da nur die demo gespielt…wenn man fifa spielt dann bekommt mans gut hin mit pässen…einfach toll gemacht,ich spiele aber die pc version die mir ein bissel sagen wir spritzig rüber kommt. die pc version ist auch recht gut geworden. fehlen noch ein paar features und feinheiten im gameplay. ich muss aber sagen dieses jahr hat ea nen gutes packet hinbekommen was alle plattformen anspricht!

    nebenbei…schön geschrieben der artikel.

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